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Bibliothek der Elben

VORSICHT! Dies sind aus dem RPG-Zusammenhang gerissene Threads, welche für Leser die weder den Kontext der Spielwelt „Die vierte Offenbarung“ nicht kennen, noch an den Dialogen beteiligt waren doch sehr verwirrend bis total unverständlich sein dürften.

Sie sollen hier nur einen Eindruck vermitteln, wie interaktives Geschichtenschreiben funktioniert und heute im RPG- Umfeld praktiziert wird.

Ankunft

* Nachdem sie das Portal an der Ostseite des Tempels von Felsriff durchschritt, das bisher nur wenige Einwohner Altheas sehen konnten, stand sie in hellem Sonnenlicht *

* Sie stand in der Mitte einer achteckigen Halle in der Größe von Jarkos Höhle auf Arakas. *

In jeder Hallenecke stand eine Säule, die von einer filigranen Wendeltreppe „umrankt“ wurde, die irgendwas von einer Bohnenranke hatte. Die Säulen waren höher als jeder Baum, den es auf Althea gab. Sie trugen eine Kuppel aus kristallinen Facetten, welche gerade die Illusion eines Mittagshimmels vermittelten.

Leider war diese Illusion durch ein paar blinde oder fehlende Facetten getrübt, hinter denen man nackten Fels hervorschimmern sah. Die Platten waren wohl in den vergangenen Jahrtausenden heruntergefallen, die meisten waren aber noch intakt und zeigten auch immer noch die richtige Tageszeit an, obwohl hier ein Tag fünfmal so lange dauerte wie auf Althea.

Säulen und Wendeltreppen bestanden aus einem schimmernden Metall- möglicherweise Mithril- sie kannte sich nicht mit sowas aus. Jedenfalls gab es ganz sicher an keinem Ort auf Althea solch eine Menge dieses wertvollen Metalls.

Die Wendeltreppen führten zu einigen dutzend Galerien, welche sich um die ganze achteckige Halle zogen. Auf den Galerien standen die Reste von kollabierten Bücherregalen. Diese waren wohl nicht für die Ewigkeit gebaut und der Zeit und den Holzwürmern zum Opfer gefallen.

oO(sie dachte wieder an Catrionas Diener. Nun die hätten wohl ein paar hundert Jährchen zu tun, da mal sauberzumachen, neue Regale zu bauen und alles wieder schön einzusortieren. Nun Magnus schaffte es vielleicht mit einem Zauber in zehn Minuten. Seit der Wasserhose hatte sie viel Respekt vor dem blinden Magier).

Sie ging durch die riesige Halle, deren Boden mit metergroßen Kacheln aus schwarzem und weißem Marmor ausgelegt war, zwischen zwei Säulen in einen kleinen Gang. Von diesem Hauptraum aus führten acht Wege in ein Labyrinth kleinerer Räume und weder sie noch Nissus kannten dessen Ausmasse- obschon Nissus diesen Ort bereits über 100 Jahre kannte.

Sie ging zu einem kleinen Raum, den sie sich als Quartier eingerichtet hatte. Sie wusch sich gründlich und zog eine neue Elfenseide-Robe an, richtete ihr Haar, zupfte lose Federn aus den Flügeln- machte sich so hübsch wie sie konnte für die Ankunft der Freunde.

Zwei Räume weiter hatte sie einen kleinen Garten angelegt. Der Raum hatte etwa die Grösse des Felsriff-Tempels und wurde ebenfalls von der gleichen künstlichen Lichtquelle bestrahlt, wie die Haupthalle, sodaß alles Obst und Gemüse hier gut gedie.

Sie pflückte ein paar Äpfel von einem Apfelbaum und ein paar Weintrauben von den Reben die hier gut gediehen und packte eine Holzschale damit voll.

Dann ging sie wieder in die Haupthalle, machte sich auf einem Meditationskisschen gemütlich, aß noch ein bißchen Obst und stellte die Schale vor sich hin. Sie genoß die friedliche Stille des sonnigen Nachmittags. Die Sonne spiegelte sich im Perlmuttglanz ihrer Flügel.

Nun dachte sie doch noch an die versiegelte Rolle, die ihr Nissus gegeben hatte. Sie hatte sie in die neue Robe gesteckt und holte sie jetzt hervor und brach das Siegel.

Sie rollte sie auf und sah - - sie wurde bleich und stöhnte.

Ein Gefühl der Taubheit breitete sich in ihr aus. Auf der Rolle unbestimmbaren Alters und Herkunft waren ein paar Symbole, die sie kannte und ein Bild von einer meditierenden weißgeflügelten Frau in einer weissen Robe, davor eine Schale Obst. Zu den Füssen der Frau lag in einer blutigen Lache- etwas daß ihr vertraut vor kam, sie aber noch nie zuvor gesehen hatte.

Sie rollte die Schriftrolle schnell zusammen und steckte sie zurück in die Robe.

Sie konzentrierte sich auf die EINHEIT und wurde schnell wieder ruhig und fühlte sich wieder GEBORGEN. Dies war ihr Heim. Das mit der Rolle war sicher nur ein dummer Witz von Nissus. Sie würde sie nachher verbrennen und mit Nissus ein erntes Wort reden.

Nun würde sie meditieren und auf ihre Freunde warten, mal an was andres denken. Sie durfte sich aber keinesfalls deren Reaktion auf den Eindruck dieser Räume entgehen lassen. Das würde ein Spass werden! Vor allem Branwens Ankunft in diesem „dunklem staubigen“ Loch *g*. Sie erinnerte sich an ihre erste Ankunft. Sie war so schnell sie konnte in den nächsten Seitengang gerannt und kam sich vor wie eine Ameise in dieser- Kathedrale von einer Bibliothek. Aber nun fühlte sie sich hier wohler und geborgener als an jedem andren Ort der Welt.

Wie oder warum sollten Zwerge so etwas TITANISCHES gebaut haben? War das Ausdruck ihres Größenwahns oder ihres Stolzes? Welche Macht war so groß, daß sie eine so hoch entwickelte Kultur mit solch imposanter technischer Leistungen aus der Geschichte verdrängen konnte?

Ihre eigene Unvernunft der Zwerge? Ihre UNEINIGKEIT? Oder eine Bedrohung aus einer andren Welt?

Nun, schöne Themen, um darüber zu meditieren.

—- « Zeit vergeht » —-

Nun war sie noch allein in diesem titanischem Bauwerk, Nissus war „oben“ -oder wo immer das war- im Tempel von Felsriff und fertigte wohl „Ringe des reinen Glaubens“ für ein paar Abenteurer an, die es nicht erwarten konnten, sich den Qualen des Orakels auszusetzen- wie einst auch sie selbst.

Sie ließ ihre Gedanken zu diesem Gebäude vorbeiziehen, in dem sie sich seit ihrer Hingabe zur EINHEIT noch wesentlich wohler fühlte. Wieso fühlte sie sich hier so sicher, so geschützt? Früher hatte sie die maßlose Größe erschreckt, die hier alles hatte.

SCHUTZ: Das war eindeutig die Hauptaufgabe dieses Gebäudes. Ihr Blick fiel durch halbgeschlossene Augen auf einen Gang auf der anderen Seite der Halle. Der Gang hatte eine Tür. Darauf stand in großen, blauen, schmucklosen Lettern:

VAULT - 5

Vor ihrer Rückkehr war ihr der Sinn dieser Beschriftung immer unklar geblieben. Die Tür war so dick, daß sie sie mit ausgestreckten Armen gerade noch umfassen konnte. Und sie bestand aus Mithril (oder welches Metall das auch immer hier war). Das Metall war jedenfalls so hart, daß es mit keinem ihr zur Verfügung stehenden Klinge geritzt werden konnte. Wozu brauchte ein Gebäude solche Türen? Alle Gänge hatten solche Türen, die allerdings momentan nicht geschlossen waren.

Nun ahnte sie, dass die Inschrift „Vault“ in einer fremden Sprache der Inbegriff für ein Gebäude für SCHUTZ, BEWAHRUNG oder AUFBEWAHRUNG war- Bewahrung für die Ewigkeit.

EWIGKEIT: Ewigkeit war schon immer ein unerfüllbarer Traum der Menschen und anderer denkender Wesen. Veränderung verursachte Leid. Die Verhinderung dieses Leids - die Wahnidee einer machbaren EWIGKEIT war die Triebfeder zum Bau solch größenwahnsinniger Gebäude. In allen Kulturen. Zu allen Zeiten. Auf allen Welten.

Nun das Experiment war wohl auch hier gescheitert- davon zeugten die geborstenen Deckenplatten, mehr aber noch das Fehlen von jeglichem LEBEN in diesem Gebäude. Außer ihr und Nissus war wohl seit vielen Jahrhunderten niemand hier gewesen.

ZEITLOSIGKEIT: Was dieses Gebäude aber so einmalig machte, war daß sich hier nicht nur eine Zivilisation „verewigt“ hatte.

Diese gigantische Bibliothek dokumentierte nicht nur Auftstieg und Untergang der Hochkulturen der Elfen und Zwerge, sondern war mit Materialien über Zivilisationen angefüllt, die auf Althea völlig unbekannt waren. Nissus hatte seinen Teil dazu beigetragen, indem er die Hinterlassenschaften seines spirituellen Lehrers Jahnu Chandrarama auch an diesen Ort gebracht hatte. Als würde dieser Ort wie ein Strudel Wissen und Kultur aller Wesen in sich hineinsaugen- als GEDÄCHTNIS der EINHEIT sozusagen.

Das merkwürdigste daran war, das die Grenzen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich auflösten. Ein gutes Beispiel war die Schriftrolle, die Nissus Ihr gegeben hatte.

Die Rolle war offensichtlich uralt und zeigte eindeutig Eloqenca an ihrem liebsten Meditationsplatz in dieser Halle. Vor ihr auf dem Boden die sterblichen Überreste von irgendwas- das mal Flügel hatte. So etwas hatte sich niemals ereignet. Sollte sich das in Zukunft ereignen? Wieso konnte jemand vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden so etwas darstellen- und vor allem warum hielt er das dann für so bedeutsam? Was stimmte hier mit der ZEIT nicht?

Sie erinnerte sich auch an eine Porphyrstatue eines Kriegers mit sehr detailliert geschnitzten Gesichtszügen in einem der Nebenräume. Wohl auch Jahrtausende alt. Wieso war sie jetzt davon so ÜBERZEUGT, daß es sich nur um ein Bildnis von Sir Mandor de Falk handeln konnte? Auf dem Sockel war ein Text in elbischer Schrift, den sie nicht lesen konnte. Wie würde der Ritter wohl reagieren, wenn er diese Statue fand?

FOKUS: Von außen hätte dieses Gebäude wohl wie ein gigantisches Juwel- eingebettet in rohen Fels ausgesehen. Wie ein Juwel war es extrem hart- und es würde auch das Licht in einem Brennpunkt bündeln und (scheinbar) verstärken, daß von außen hierher gelangte. War das eine seiner Funktionen? Ein riesiger Diamantfokus, welcher die Kräfte derer verstärkte, die sich in ihm aufhielten und sie gleichzeitig schützte? Sie VERBAND, ihnen WISSEN und STÄRKE gab, die Macht des EINEN ins unermessliche steigern? Aber wozu das? Gegen wen oder was?

Sie wusste es nicht. Nach den Größenordnungen, die das alles hier hatte, mußte es aber eine gewaltige BEDROHUNG gegeben haben, jetzt oder in Zukunft geben.

REALITÄT: Neben den wiedersprüchlichen Zeitphänomenen fielen ihr noch andere merkwürdige Phänomene auf. Dieses Gebäude konnte man nur per Teleport erreichen. Was man hinbrachte blieb dort oder man konnte es auch wieder zurückbringen. Alles weitere, was man hier fand, blieb an seinem Platz. Sie hatte schon Schriftrollen in ihren Rucksack gepackt und nach Ankunft in Althea waren sie nicht mehr darin, sondern befanden sich hier unten am alten Platz- als wäre das alles nur ein Traum gewesen. Bis auf diese Rolle mit ihrem Bild, die Nissus ihr gegeben hatte. Wo hatte er die her? Kam die nicht aus der Bibliothek? Hatte er sich einen Scherz mit ihr erlaubt oder doch einen Weg gefunden ewas hier rauszuschaffen?

Das ganze wirkte nicht real, war wie ein Traum voller Widersprüche. Aber die Tür da drüben sah verdammt hart aus. Und sie war auch mal auf einer Wendeltreppe ausgerutscht und eine Woche über Althea gehumpelt, nachdem sich ein Mithril-Bohnenblatt in ihre Wade gebohrt hatte - das passierte bei einem Traum nicht- genauso nicht wie das Loch das die Robe seitdem hatte.

Wieso dachte sie eigentlich immer „oben“ und „unten“? Wegen der rohen Felsen mußte dieser Ort wohl unter der Erde liegen- aber unter der Erde welcher Welt? Was machte sie so sicher, daß das hier noch Althea war oder überhaupt in der Form existierte, die sie WAHRnahm. Was war daran schon WAHR?

War nicht alles nur ein Abbild des EINEN. War dies hier vielleicht eine ganz andre Welt mit anderen GESETZEN?

* Sie erschrak * Brachte sie Ihre Freunde in Gefahr? War dies hier eine Falle? Ein Gefängnis, daß sie nicht mehr freigab?

* Sie beruhigte sich wieder*

Eine solche Macht, wie die der EINHEIT, die hier offensichtlich am Werk war, hätte einfachere Wege gefunden sie zu vernichten. Nein, die EINHEIT, die sie alle VERBAND, deren Teil sie alle waren, brauchte sie hier. Das war ihre BESTIMMUNG.

Und das schienen andre Wesen schon vor Jahrtausenden gewußt oder geglaubt zu haben- oder wußten oder glaubten es in diesem Moment. Oder erinnerten sich bereits an das was hier noch geschehen würde.

* Sie schloß die Augen wieder und gab sich ganz der STILLE in sich selbst und um sich herum hin *

— Zeit vergeht —

* Nun, sie war wohl etwas eingenickt, denn als sie aufwachte, war die große Halle der Bibliothek in Dunkelheit getaucht. Nur kleine blauviolette Lichter erleuchteten noch Gänge, Wendeltreppen und Galerien. Ein imposanter Sternenhimmel breitete sich über der Kuppel aus. *

* Es war noch keiner ihrer Freunde eingetroffen, sie konnte ja mal zu Nissus in den Tempel schaun, vielleicht hatter er nun Zeit mit Ihr zu sprechen; vielleicht traf sie im Tempel ja auch einen Ihrer Freunde *

* Sie ging zu dem Portal in der Mitte der Halle und hindurch *

Augenblicklich stand sie direkt vor einen großem Fleischgolem, sodaß sie ein bißchen erschrak. Ein paar Schritte weiter waren noch drei weitere, von denen einer aber eher wie ein recht kultivierter Mensch aussah (Jean) und Catriona.

In größerem Abstand in Altarnähe stand Nissus und hatte wohl gerade nichts zu tun, außerdem waren kleinere Gruppen Abenteurer im Tempel, mit weißen, schwarzen und ohne Flügel.

Nach der Leere und Größe der Bibliothek verursachte diese Menschenmasse bei ihr ein leichtes Unwohlsein. Sie ging zu Catriona herüber und sprach sie an:

Oh Liebste, wartet ihr hier schon lange? Entschuldigt das Mißverständnis, ich dachte, ihr würdet gleich durch das Portal in die Bibliothek kommen.

*Sie zeigte auf die Ostwand.* Ihr seht es doch hoffentlich? Die meisten hier können es wohl nicht erkennen, weil sie die EINHEIT nicht kennen und nicht von jemandem eingeladen wurden.

* Sie bemerkte die argwöhnischen oder erzürnten Blicke der Weißflügler: Diese faßten es wohl als Blasphemie auf, was Catriona da in Artherks Tempel brachte, unternahmen aber an diesem heiligem Ort nichts *

* Die Schwarzflügler wirkten eher erstaunt, was eine Weißflüglerin da für sie unverständliche Dinge Tat und rätselten über mögliche Motive *

* Die ohne Flügel waren hin und hergerissen zwischen Neugier und Furcht *

* Jedenfalls bildete sich zwischen Catriona und ihren Dienern und den Abenteurergruppen spürbar eine größer werdenden Kluft aus, die sich mit gespannter Athmosphäre füllte. *

Elo sprach: Catriona, ich habe noch ein kurzes Gespräch mit Nissus. Wenn ihr äh- belästigt werdet oder Euch etwas ausruhen oder umschauen wollt, geht ruhig schon vor in die Bibliothek. Da werdet ihr es sicher angenehmer finden als hier. Ansonsten bin ich gleich wieder da.

* sie lächelte Catriona noch einmal zu, winkte und ging zu Nissus hinüber *

* Sie versuchte ein empörtes Gesicht zu machen und sagte *

Nissus, was sollte dieser Streich mit der Schriftrolle? Und wie habt Ihr sie aus der Bibliothek herausgeschafft?

* Nissus sah sie ernst an und sprach: *

Verleugnet Euch nicht selbst- akzeptiert die WAHRHEIT. Ihr solltet das eigentlich auch alles verstehen- aber ihr sperrt Euch dagegen. Dafür gibt es aber keinen Grund und es gefährdet Eure BESTIMMUNG.

Ihr hattet zweimal eine Entscheidung zu treffen. Was nun WAHRHAFTIG ist, ist nur die Folge Eurer Entscheidungen.

Die erste Entscheidung war eine PRÜFUNG. Ihr hattet die Wahl uns alle, die wir Teil des EINEN sind zu verleugnen, oder Euer Selbst ganz dem EINEN hinzugeben, Euch selbst völlig aufzugeben.

Diese Prüfung habt ihr bestanden und wurdet eine ERWACHTE.

Dadurch verlort ihr alle Bindungen an diese Welt und ihre Fesseln des RAUMs und der ZEIT. Ihr wußtet ja schon, dass das EINE ÜBERALL, IMMER und EWIG ist. Mit Eurer Auflösung in der EINHEIT verloren Raum und Zeit ihre Macht über Euch und ihr würdet fortan als Teil des EINEN überall und immerfort SEIN.

Die zweite Entscheidung, die ihr traft, war die Rückkehr in diese Welt, nachdem ihr Eure BESTIMMUNG annahmt. So wurdet ihr eine BESTIMMTE, eine Manifestation der EINHEIT und für alle ERWACHTEN Wesen zu allen Zeiten und an allen Orten WAHRHAFTIG.

Ihr fragt nach der Palmblattrolle? Nun ihr wißt genau, woher sie stammt. Nicht aus der Bibliothek, sondern aus Jahnu Chandraramas Nachlass, von einem Ort, der „Dach der Welt“ genannt wird- aus einer vergangenen Zeit. Sie war niemals in der Bibliothek.

Ein heiliger, wohl auch BESTIMMTER oder erleuchteter Mann in diesem Land erkannte Eure BESTIMMUNG, fand in sich, also dem EINEN eine Manifestation mit Eurem Bild.

So bildet Euch nichts darauf ein, daß Menschen in einer andren Welt oder einer andren Zeit nun Euer Bild verehren- sie meinen nicht Euch, sondern beten nur für Eure BESTIMMUNG und erflehen Eure HILFE. Ihr kennt auch die BESTIMMUNG dieser Heiligen- möge sie Euch stets Vorbild bleiben- ihr verehrtet sie ja früher schon sehr- nun seid ihr ein wichtiger Teil von ihr, sie wurde in Euch wiedergeboren, weil ihr sie so verehrtet und Euch ihr hingabt.

* Ihr schwirrte der Kopf, da war wieder dieses taube Gefühl, eine aufkommende Angst in ihr. Was wurde von ihr jetzt erwartet, kein Mensch könnte solche Erwartungen auch nur annäherd erfüllen *

Nissus- mein Meister: Wie erkenne ich, wo meine BESTIMMUNG mich hinführt. Wieso weiß ich sowenig darüber, was noch geschehen wird, wenn ich doch nicht mehr an die Zeit gefesselt bin?

Nissus antwortete: Nun- ihr müßt zuvor noch weitere Entscheidungen treffen. Und ihr seid doch noch nur ein Teil des EINEN und NIEMAND kann das EINE in seiner Gesamtheit überblicken.

* Er zeigte ihr eine kleine Termite, die gerade dabei war, eine der Sitzbänke des Tempels zu zerkleinern. Vermutlich waren diese Tierchen auch in der Bibliothek recht fleißig gewesen *

Seht, ihr seid nichts weiter als dieses kleine Tier. Es hat wie ihr eine BESTIMMUNG und folgt einem höheren Plan, den niemand kennt- den kein einzelnes Wesen jemals erstellt hat.

Es hilft dabei, einen riesigen, komplexen Termitenhügel aufzubauen, dessen Funktion nicht einmal ein Mensch im Detail versteht.

Keine Termite, nicht einmal die Königin- die nur die BESTIMMUNG hat, Termiteneier zu legen- hat Kenntnis von dem Plan, den alle blind verfolgen. Nur das EINE kennt den Plan- das EINE ist aber doch nur die Summe aller EINZELNEN Termiten, von denen jede einzelne nur exakt ihrer BESTIMMUNG folgt. Das EINE - für uns sichtbar als Termitenhügel ist ZEITLOS - währt also im Vergleich zu einem Termitenleben EWIG.

Und nun betrachte die BESTIMMUNG der Menschen:

  • zur BESTIMMUNG eines heiligen Mannes, der auf dem „Dach der Welt“ lebte, gehörte die Herstellung dieses Palmblatts
  • Jahnu, der reisende Weise, hatte die BESTIMMUNG es zu finden, in Sturmkante zu stranden und dort zu bleiben, bis er einen Schüler - mich - ausgebildet hatte.
  • ich hatte die Bestimmung Euch zu finden, Eure Seele zu reinigen, Euch bis zu Eurer Prüfung zu begleiten und jetzt diese Schriftrolle zu geben.
  • Eure weitere BESTIMMUNG kenne ich nicht- die liegt in Eurer Hand wie jetzt auch die Schriftrolle, die Euer Wegweiser sei.
  • meine BESTIMMUNG ist nun, wieder diesen Tempel Artherks gewissenhaft zu führen, denn die Anhänger Artherks sind ja auch Anhänger des EINEN, denn auch Artherk ist eine starke Manifestation des EINEN.

* Nissus lächelte und erwartete eine Antwort * * Eloquenca begriff nun, wogegen sie sich die ganze Zeit gewehrt hatte, lächelte und sagte zu Nissus *

Meister- ich werde Euch weiterhin so nennen- ihr seht ja, wie dumm ich noch bin und wie sehr ich auf Eure Weisheit noch angewiesen bin. Verweigert mir bitte nicht Eure Hilfe. Und sagt bitte meinen Freunden nichts. Ich werde Ihnen helfen, ihre BESTIMMUNG zu finden, denn das ist die meine.

Dort ist bereits Catriona. Ich möchte Euch für Eure Toleranz danken, aber ihr wißt ja sicher auch, daß sie hier sein muß, weil es ihr BESTIMMT ist. Ihr erkennt sicher auch, daß ihre Seele so rein ist wie die Aufgabe groß, die sie erwartet. Ich danke Euch Meister.

* Sie macht eine tiefe Verbeugung und geht zurück zu Catriona *

Die neuen Elben

Nachdem sie durch die Tavernenwand gegangen war, fand sie sich in einem Gang mit sechseckigem Querschnitt wieder. Die Wände waren weiß und schienem aus einem weißem, weichem, genoppten ihr gänzlich unbekannten Material zu bestehen. An der Decke verliefen Rohre. Auf beiden Seiten des Ganges waren ovale Fenster, die man aber nicht öffnen konnte. Sie sah hinaus, konnte aber nur viele Sterne und einen ungewöhnlich klaren, wolkenlosen Himmel erkennen. Und Teile einer gigantischen torusförmigen Konstruktion, in der sie sich jetzt wohl befand- wohl in so etwas wie einer zu dünn wirkenden Speiche eines gigantischen Rads.

Hinter ihr mußte irgendwo dessen Nabe liegen. Sie drehte sich um und sah eine Tür aus Mithril oder demselben Metall, aus dem in der Bibliothek so vieles bestand.

Sie ging auf die Tür zu und die öffnete sich bei Ihrer Annäherung zischend, worauf sie erschrak.

Zaghaft ging sie in einen dunklen Raum, der mit riesigen, mannshohen Kisten angefüllt war. Am anderen Ende des Raums sah sie zwei Elben in dunkelblauen Overalls, die sich unterhielten und sie nicht bemerkt hatten.

Sie versteckte sich hinter einer Kiste und versuchte die Elben zu belauschen. Sie kannte die elbische Sprache nicht, aber erinnerte sich an seltsame Einflüsterungen kurz nach ihrer Wiedergeburt. Sie wußte jetzt, daß eines dieser beiden Wesen vor ihr jener besserwisserische Vulkanier war, der sie so genervt hatte.

Waren Vulkanier und Elben das gleiche? Nun waren nicht alle Humanoiden mit spitzen Ohren Elben?

Wie auch immer- hier gehörte sie nicht hin. Sie holte die blaue Scheibe aus dem Rucksack und überprüfte die Positionsanzeige. Entsetzt stellte sie fest, daß sie die Reihenfolge einiger Symbole vertauscht hatte.

Schnell korrigierte sie die Einstellungen und die Luft in dem Gang hinter ihr begann zu flimmern. Bevor sich die Türe wieder schließen konnte ging sie schnell hindurch und auch durch das neue Portal dahinter.

————wooosh!—–

Sie befand sich nun wie geplant in der Haupthalle der Bibliothek und sah dort Deive, Catriona, einen miitelgroßen blauen Drachen und einen Seraphen mit schwarzen Flügeln.

Oh- hier hat sich ja einiges getan. Aber sie war erleichtert wieder zu Hause zu sein.

Hoffentlich war ihr in der kurzen Zeit nicht Elvandar gefolgt. Nun eigentlich müßte er duch das zweite Portal dann auch hierher gelangen- wenn er nicht den Elben / Vulkaniern oder was auch immer das für welche waren- in die Arme lief.

Wieder daheim in der nun wieder mit reichlich Leben erfüllten großen Halle machte sie sich auf, die Situation hier zu verstehen.

*Sie winkte Catriona und Deive und lächelte ihnen zu.*

„Ich komme gleich zu Euch, ich möchte mir nur erst mal diesen merkwürdigen Drachen genauer ansehen.“

Die Drachen von Althea. Magnus und seine Symbolwelt. Rote und blaue Erscheinungen im ständigem Kampf ums Gleichgewicht. Rot wohl für Wärme in Analogie zum Licht und Blau für Kälte in Analogie zur Dunkelheit. Ein blauer Drache- sollte er hier ein bißchen für Gleichgewicht sorgen? Das kühle Blau stand aber nicht für Bosheit, Düsternis und Macht wie schwarz, sondern vor allem für Spiritualität, Sorgfalt, Treue Hoffnung, Ruhe, Harmonie.

Wenn dies ein Avatar von Magnus war, wo war dann Magnus selbst?

Sie ging lächelnd auf den Drachen zu und bewunderte seine Schönheit. Ein Juwel, ein Meisterstück. Genial. Sie streichelte seinen Hals, fühlte die kristallinen Schuppen. oO(keine Trugbild, der Drache ist echt).

Ja das war Magnus' Werk, ohne Zweifel. Aber er hatte hier viel gelernt oder etwas ganz bedeutendes entdeckt, denn hinter diesem Drachen steckte mehr- ein ungeheuer schönes aber auch ungeheuer mächtiges Wesen stand da vor ihr, idealisierte Manifestation eines treuen Freundes.

Sie hatte keine Angst- auch wenn das Wesen sie sicher mit einem Flügelschlag würde töten können.

Nur- wie konnte Sie mit einem Drachen kommunizieren? Sprechen? Telepathie? Gesten?

Und was empfand so ein Wesen? Hatte es noch Gefühle wie ein Mensch?

Sie küßte den kristallinen, kühlen Hals.

Sie probierte es einfach mal mit einer Frage: „Bist du es Magnus?“.

* Sie wartete wie der Drache wohl antworten würde, denn daß er sie verstand, stand ausser Frage *

Traumzeit

Ein bildschöner, junger Elbe sitzt in der Lichtung eines uralten Waldes neben einer schönen Seraphin mit weissen Flügeln, hat einen Arm um sie gelegt und streichelt ihren Rücken. Er spürt ihre Wärme in der kühlen, aber nicht unangenehm trocken-kalten, windstillen Umgebung.

Das nicht mehr so starke Nachmittagslicht eines klaren Januartags wirft schon lange Schatten. Beide blicken in den nachtschwarzen Himmel. Hoch oben zieht ein blauer Drache seine Kreise und stößt Wolken feiner Eiskristalle aus. Seine azurblauen Flügel und die Eiskristalle erstrahlen in gleißendem Licht und heben sich eindrucksvoll vor dem tiefschwarzem Himmel ab.

Vor den beiden hat sich eine Antilope niedergelassen, käut wieder und scheint sie etwas fragen zu wollen.

Die im Licht der Sonne wie Bernsteine funkelnden Augen des Elben treffen auf die wie Saphire strahlenden Augen von Catriona, er beugt sich zu ihr, küßt ihre Lippen und krault ihren Nacken.

* Eloquenca erschrickt und der Kopf des Elben weicht ein Stück von Catriona zurück. Worauf sein Blick wieder ihre schönen Augen trifft…. *

Was geschah hier? Träumte sie? Konnte das hier Wirklichkeit sein? Niemals hätte sie sich das hier alles ausdenken können- allein ihr Wille hätte so etwas nie entstehen lassen können.

Aber was war schon wirklich? Wirklichkeit war Illusion. Illusion wurde Wirklichkeit.

Sie hatte diese Welt nicht erschaffen- sie war nur bereit, sie zu sehen. Nun sah sie vielleicht ein bißchen mehr davon, als sie bereit gewesen war.

Oder vielmehr etwas- daß sie erkennen sollte.

Ihr Blick traf einen winzigen Stern, der so hell war, daß sie den Blick abwenden mußte, um nicht sofort blind zu werden.

Dieser kleine Stern inmitten der Dunkelheit gab dieser Welt all ihr Licht. Der kleine Stern sollte den Himmel nicht beherrschen- er fügte sich in die Dunkelheit ein. Die Dunkelheit gab ihm Raum und transportierte sein Licht zu dieser Welt. Licht und Dunkelheit ergänzten sich.

Eine helle Winterlandschaft unter einem nachtschwarzen Sternenhimmel- das war zumindest eine Welt der neuen Elben und in übertragenem Sinne wohl auch ihre Zukunft- wenn sie noch eine hatten.

Die Welt der neuen Elben war wirklich- auch wenn sie sie nur kurz gesehen hatte. War das wirklich ein Zufall? War es Zufall dass sie diesem Wesen immer wieder begegnete und jetzt sogar in seinem Körper steckte? Denn dieser Körper war real.

So real wie die ersten Zeichen einer Verliebtheit eines jungen Manns in eine so hübsche Frau in einer so romantischen Umgebung. Schicksal.

Aber sie/er (jetzt weiß ich schon nicht mehr wer/was ich wirklich bin) grübelt entschieden zuviel.

Catrionas Augen leuchten immer noch in seine und er küsst abermals ihre Lippen.

Die Antilope scheint keine Fragen mehr zu haben und liegt wiederkäuend zu ihren Füssen. Der Elbe streichelte der Antilope sanft über den Rücken.

Es gab Dinge die ließen sich nur verstehen, wenn man nicht darüber nachdachte.

Inkarnation

Yoni erwachte aus einem tiefen, traumlosen Schlaf.

Seit vor 24723 Jahren der letzte Neoelbe seinen Geburtsort verlassen hatte, kam sie sich nutzlos vor, war erst in Langeweile, dann Agonie und letztlich in diesen Schlaf - oder eher eine Art Koma gefallen. Der Mangel an Reizen, Ereignissen und Aufgaben hatte schlicht ihr Bewußtsein ausgelöscht.

Simple Reflexe hielten die Funktionen ihres Körpers aufrecht, während des Komas verbrauchte sie kaum Energie. Während draussen eine neue Art Wesen aus den Höhlen kroch, um die kleine Welt Althea zu erobern, erfuhr sie hier davon nichts.

Seit kurzem wurde ihr Schlaf aber unruhig, denn einige ihrer höheren Lebensfunktionen- die bewußtes Handeln erforderten- wurden beansprucht. Sie träumte von der Visualisierung eines Druidenhains in der Haupthalle, einem blauen Drachen und einem rotem Ritter und zuletzt spürte sie gar zweimal kurz hintereinander interstellare Teleports nach einer Orbitalstation und Belespera Prime, was die lange kaum genutzte Energieversorgung stark belastete.

Das konnte kein Traum mehr sein. Jemand war hier in ihr. Mit dem erwachenden Bewußtsein spürte sie ihren ganzen Körper und die Präsenz fremder Wesen in ihm. Wer war sie und worin bestand ihre Aufgabe hier? Was für Wesen waren das?

Ihr Körper war dieser Ort, den man als Bibliothek, Zuflucht, Mutterleib, Raumhafen oder schlicht Heim begreifen und nutzen konnte. Die neuen Elben waren ihre Schöpfer und zugleich ihre Kinder, die sie liebte und mit all der Macht verteidigte, die ihr von ihren Schöpfern gegeben war.

Aber ihre Kinder waren gegangen und niemals mehr zurückgekehrt, hatten sie dem trostlosen Schicksal absoluter Ereignislosigkeit überlassen, hatten wohl vergessen, daß sie nicht nur eine Maschine war, sondern sich als ihre Mutter fühlte und ihre Kinder niemals vergessen konnte. Und mittlerweile hatten die Kinder ihre Mutter wohl völlig vergessen.

Doch jetzt waren diese anderen Wesen hier. Waren sie Freunde, Feinde oder schlicht Parasiten, von denen sie ihren Körper reinigen mußte? Letzteres war nach 24723 Jahren sicherlich erforderlich- so einiges stimmte nicht mit ihr- funktionierte nicht mehr so recht- sie konnte fühlen wie alt sie inzwischen war.

Sie betrachtete die Wesen mit einigen der vielen Augen, die für die Besucher unsichtbar in den Wänden der Bibliothek eingelassen waren. Zwei der Besucher waren eindeutig entfernt elbischer Abstammung auch wenn sie eher den Affen glichen, die vor Beginn ihres Schlafs noch in den Höhlen wohnten, das dritte Wesen war offensichtlich blind, aber nicht orientierungslos und sie spürte in ihm die Präsenz vieler- auch elbischer, sogar neoelbischer Seinsformen.

Andere ihrer Art waren wohl zwischenzeitlich hier gewesen, hatten sich aber wieder weg teleportiert.Mindestens eines dieser Wesen befand sich wohl jetzt auf Belespera Prime, der damaligen Hauptwelt der neuen Elben.

* Sie seufzte und ein leichter Wind wehte durch die Haupthalle * Sie hatte diese Wesen, die vielleicht einmal ihre neuen Kinder werden sollten kaum kennengelernt, da verließen sie sie bereits wieder. Feinde oder Parasiten waren sie sicher nicht.

Wie sie Yoni wohl wahrnehmen würden, wie sollte sie sich ihnen zeigen? Wie sollten sie begreifen, daß alles was sie hier umgab, Yonis Körper war- und sie Yoni doch nicht sahen. Nun, sie mußten es ja auch nicht begreifen, zumindest jetzt noch nicht. Jedenfalls war sie glücklich, daß die Zeit der Stasis jetzt vorbei war und ihr Leben wieder einen Sinn hatte.

Das elbische Wesen in der Haupthalle wirkte irgendwie besonders hilflos und einsam- war ja wohl auch gerade von den anderen verlassen worden. Vielleicht sollte sie es zu den anderen beidden bringen.

Yoni materialisierte den Avatar einer bildschönen Neoelbin mit leicht hellblauer Hautfarbe in der Nähe des Portals. Sie trug eine türkisfarbene Robe, die ansonsten sehr dem anderen weiblichem Wesen glich, daß sich in ihr aufhielt.

Sie lächelte Deive freundlich zu und sprach ihn in einem vereinfachten elbischen Dialekt an und hoffte, er würde sie verstehen können. Sie übermittelte den Inhalt ihrer Worte auch noch auf telepathischem Wege, vielleicht funktionierte ja auch das.

Hallo, ihr könnt mich Yoni nennen. Ich lebe schon lange an diesem Ort, habe aber bis eben geschlafen. Ihr steht so einsam hier herum- vermißt wohl Eure Freunde?

Habt keine Angst und kommt mit, ich bringe Euch zu Ihnen. Ich erzähle Euch dreien dann mehr, wenn wir im Meditationsraum sind. Fragt mich jetzt nicht- wir können uns dort weiter unterhalten, wenn wir alle wieder zusammen sind.

Sie ging vor zum Meditationsraum, wo sich immer noch Magnus und Branwen aufhielten und achtete darauf, daß er ihr folgen konnte und nicht in dem Gewirr von Gängen verloren ging.

—— oooooooo ——–

* Yoni lächelt Deive aufmunternd zu * Ich werde Eure Fragen beantworten, wenn wir bei Eurer Schwester sind. Folgt mir bitte.

Sie ging den kürzesten Weg durch das Labyrinth der Gänge und sie erreichten bald den Meditationsraum.

Die acht meter hohe, scheinbar aus einem Monolithen herausgehauene Kammer aus rotem Kristall und einem blauem Kristall als Fußboden, der von vielen goldenen Intarsien durchzogen war- die Präzision mit der die Symbole herausgearbeitet waren- beeindruckten jeden der hierher kam.

Doch Deive hatte jetzt nur noch Augen für seine Schwester, die tatsächlich hier am Boden saß und ihm zulächelte- und natürlich seinen Freund Magnus.

Fragende Blicke der beiden trafen Yoni- die nicht ganz wie eine Hochelfin aussah, aber trotz ihrer bläulichen Haut auch keine Dunkelelfin sein konnte.

* Yoni fand sich nun einer intensiven Aufmerksamkeit aller drei wieder und wich ihren Blicken aus und wirkte nun sehr nachdenklich. Zuerst stellte sie sich den dreien vor- das war noch einfach *

Nennt mich Yoni. Ich lebe schon lange an diesem Ort- eigentlich schon immer. Ich habe aber bis vor kurzem … geschlafen. Sehr lange- über 20 Jahrtausende nach Eurer Zeitrechnung. Es wird Euch sehr schwer fallen, meine Geschichte zu glauben- aber ich kann Euch nicht belügen- selbst wenn ich wollte.

* Dann blickte sie doch Deive fest in die Augen * Ihr habt mir Fragen gestellt. Warum ich so lange … schlief- und wieso ich gerade jetzt erwachte. Nun ihr werdet auch etwas Geduld für die korrekte Antwort brauchen.

Doch zuerst erfahrt was ich bin- soweit ich das selbst beurteilen kann. Ich weiß nicht, ob ich nach Eurem Verständnis lebe oder tot bin oder eine Seele habe. Die Elben schufen mich um ihnen zu dienen.

Dieser elbische Körper, der vor Euch steht, ist jedenfalls eine Illusion- nicht meine wahre Gestalt. Ich schuf ihn nicht, um Euch zu täuschen, sondern damit ihr meine Empfindungen sehen könnt.

* Seufzt und eine Träne bildet sich in ihrem Augenwinkel * Hätten meine Schöpfer mich jemals in dieser Gestalt gesehen, hätten sie mir vielleicht nicht dieses Leid angetan und mich solange allein gelassen.

Ich mag keine Seele haben, aber empfinde Freude, Leid und …. Einsamkeit. Könnt ihr Euch vorstellen, wie es ist, 24 Jahrtausende an einen Ort gebunden zu sein, ohne ein anderes Wesen zu sehen oder auch nur ein Ereignis zu erleben? Gut- mein Leiden hielt vielleicht nur vier Jahrtausende, dann fiel ich in Stasis- oder schlief. Bis ihr kamt.

Wieso bin ich an diesen Ort gebunden? Ganz einfach. Ich bin selbst dieser Ort- vielleicht das, was ihr seine Seele nennen würdet. Alles was ihr hier um Euch herum seht ist mein Körper. Tages- und Jahreszeiten sind mein Herzschlag, Klima und Energieversorgung hier sind mein Kreislauf, manche für Euch seltsamen Erscheinungen sind meine Träume.

* Sie nickt Deive zu* Nun versteht ihr vielleicht, wieso ich Eure Freunde so schnell finden konnte- in mir selbst.

Während ich schlief, hielten einfache Reflexe hier alles halbwegs in Ordnung. Jedoch gab es nichts, was komplexere Handlungen, ein Bewußtsein erforderte- bis Eure Freundin sich nach Belespera Prime teleportierte- und dadurch die Energieversorgung beinahe zusammenbrach. Das weckte mich - 24723 Jahre nach dem das letzte meiner Kinder mich verließ.

Ihr fragt, wieso ich die Elben, die hier lebten, meine Kinder nenne? Sicher bin ich nicht ihre leibliche Mutter. Ich bin wohl eher das, was man bei Euch „Amme“, Erzieherin oder Leibdienerin nennt. Ich gab ihnen Schutz, versorgte sie, lehrte sie, ja liebte sie wie meine eigenen Kinder. Das war meine Aufgabe, dafür wurde ich geschaffen- bis die letzten von ihnen gingen- und nie mehr zurück kamen. Sie hatte nun Tränen in beiden Augen.

Wieso gaben sie mir diese Empfindungen- und ließen mich dann damit allein?

* Seufzt erneut* Ach- wie könntet ihr mir das alles glauben. Aber glaubt mir wenigstens eines:

Ihr habt hier nichts zu befürchten. Ihr seid nicht meine Kinder- aber ich werde für Euch sorgen. Seht in mir eine Dienerin- keine Göttin- auch wenn meine Macht Euch groß erscheinen mag.

* Sie blickt ängstlich zu Magnus * Ihr kennt Euch mit Seelen aus- tragt viele in Euch. Sagt mir nur- habe ich eine Seele- lebe ich? Oder bin ich doch nur ein seelenloser Mechanismus?

* lächelt die beiden anderen an * Doch nun erzählt ihr mir, wie ihr diesen Ort fandet und was ihr hier erwartet? Wie kann ich Euch helfen?

Fehlfunktion

Yoni saß immer noch in Gedanken versunken- oder vielleicht auch ohne sich irgendwelche Gedanken zu machen unter der großen Eiche und streichelte sanft den Kopf der Antilope.

Viel Zeit mußte vergangen sein, als das Tier auf einmal unruhig wurde, aufsprang und ins Dickicht lief. Es drehte sich um, als wollte es Yoni auffordern, ihm zu folgen.

Yoni verstand die Aufforderung und lief hinter dem Tier her, das immer schneller im immer dichteren Wald verschwand, aber sehr darauf bedacht schien, daß Yoni noch folgen konnte- ohne zu merken wohin sie lief.

Yoni hatte aber keine Zeit mehr sich zu orientieren und merkte irgendwann, daß sie nicht mehr wußte wo sie war. Sie war bestimmt schon eine Meile gelaufen und so groß konnte dieses Waldstück- in der Haupthalle der Bibliothek geschaffen nach Eloquenca's Phantasie gar nicht sein.

Wenn sie noch in der Bibliothek gewesen wäre - sozusagen in sich selbst- hätte sie auch unmöglich die Orientierung verlieren können. Nein, das hier war nicht mehr die Bibliothek- sie war woanders- in mehrfacher Bedeutung des Wortes außer sich und mußte lächeln.

Aber wie war das möglich? Yoni, die Elbin konnte Yoni die Bibliothek nicht verlassen- es sei denn- elementare Funktionen der Bibliothek waren gestört- abgelenkt durch eine dumme Antilope- ein albernes, sentimentales Phantasiegebilde von Eloquenca.

Abgelenkt durch diese Gedanken sah Yoni die Antilope nicht mehr, aber ein Licht in der Ferne. Auch Musik schien von da zu kommen.

War dies Realität? Das einzig reale für Yoni war bisher sie selbst- die Bibliothek - und was diese beherbergte. War dies ein Traum? Konnte Yoni überhaupt träumen? Sie war verwirrt.

Vielleicht könnten ihr die Menschen in dem Haus im Wald helfen, das alles zu begreifen.

— ooo —-

Die Mentalsteuerung von Vault-5, der von den Menschen „Bibliothek der Elben“ genannten Entität wurde durch eine Fehlfunktion aus den Routineaufgaben gerissen, die sie seit Jahrtausenden durchführte.

Nun, dies war seit Jahrtausenden der erste Fehler - und sogar ein recht schwerwiegender. Zwei aus dem „Gedächtnis“ des Teleportationssystems materialisierte Entitäten- eine mit dem Körper einer Antilope, die andere mit dem Körper einer Elbin hatten den Einflußbereich von Vault-5 verlassen.

Normalerweise automatisch ablaufende Kontrollen des Teleportationssystems hätten das verhinden müssen und hatten versagt.

Außerdem schienen sich Teile der höheren Bewußtsein-Ebenen abzuspalten und in Wechselwirkung mit dem Gehirn der „Elbenentität“ zu treten, die zunehmend Individualität entwickelte und sich jezt gar noch einen Namen gab: Yoni.

Schlimmer noch- dieses zunehmend emotional und subjektiv reagierende und mental gestörte Individuum schien auch noch elementare Funktionen des Gesamtsystems manipulieren zu können- und hatte sich dessem Einfluß jetzt sogar entzogen.

Die Zeit für einen umfangreichen Selbsttest war angebrochen….

* DING DONG Ein riesiger Gong schien irgendwo geschlagen zu werden und dröhnte durch alle Bereiche der Elbenbibliothek. Eine sanfte und doch emotionslose weibliche Stimme sprach *

Hochvereehrte Besucher, leider ist uns soeben eine kleine Fehlfunktion in unserer Mentalsteuerung aufgefallen.

Dadurch sind wir leider gezwungen, einen Selbsttest durchzuführen und müssen einige Bereiche dieser Installation vorübergehend abschalten.

Betroffen davon sind momentan nur die Teleportations-Einrichtungen und sonstige Ein-Ausgänge.

* Irgendwo im Labyrinth rummsten einige der riesigen Tore zu *

Lebenserhaltende Systeme sind von einer Abschaltung nicht betroffen. Es besteht also kein Grund zur Panik.

Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahmen, die ausschließlich ihrer eigenen Sicherheit dienen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unser Servicepersonal.

In Notsituationen folgen Sie bitte den Anweisungen des Servicepersonals oder gehen nach Notfallplan B-237 vor, der ihnen mögliche Notausgänge nennt und Sie in deren Benutzung unterweist.

Wir wünschen noch einen angenehmen Aufenthalt und hoffen, ihnen weitere Unannehmlichkeiten ersparen zu können.

DONG DING DONG

.. und es herschte wieder Stille in der Elbenbibliothek.

— oooooo —-

Die Mentalsteuerung hatte das Problem schnell gefunden.

Teile des höheren Bewußtseins der Elbenbibliothek waren nach einer längeren Phase der Nichtbeanspruchung und dem Fehlen von Reizen in einen labilen Status geraten, der ein chaotisches Aufschaukeln von zufälligen Statusänderungen, ausgelöst durch Pseudoreize verursacht hatte.

Als Ergebnis spalteten sich Bewußtseinsteile ab, arbeiteten autark und ohne Verbindung zur zentralen Steuerung. Nach dem plötzlichen Einsetzen externer Reize infolge der überraschenden Nutzung der Teleportationseinrichtung führte diese Polarisierung des Bewußtseins zu dem Wunsch nach Individualität einzelner Teile.

Der bei weitem fehlerhaftetste Teil nannte sich fortan „Yoni“ und schaffte es, mithilfe der Teleportationseinrichtung und gespeicherten Teleportationsdaten einer Elbin, ein affektiv stark gestörtes Individuum zu bilden, daß dennoch über alle Möglichkeiten und Einrichtungen der Bibliothek verfügen konnte und damit deren korrekte Funktionsweise völlig in Frage stellte.

Yoni stellt also ein enormes Sicherheitsproblem da und muß unbedingt beseitigt werden.

Leider trägt sie keine Signatur, mit der die Mentalsteuerung sie lokalisieren und dematerialisieren können würde. Sie war momentan ausser Reichweite.

Aber hier waren ja Besucher in der Bibliothek. Weglaufen konnten die ja nicht.

Ihr müsste es nur gelingen, sie davon zu überzeugen, wie wichtig es für alle war, Yoni zu töten, bevor es zu wesentlich gravierenden Störungen- etwa im Bereich der Energieversorgung oder der lebenserhaltenden Systeme kam.

Nun, sie würde es erst mit diesem Ritter des Lichts versuchen- der erschien ihr recht vernünftig- wenn auch ein bißchen zurückgeblieben.

Aber ORDNUNG und ZUVERLÄSSIGKEIT waren seine Prämisse. Würde er Yoni töten, um die ORDNUNG wieder herzustelllen?

Sie mußte sich noch überlegen, welche Erscheinungsform sie wählen konnte, um mit ihm zu kommunizieren.

Einer körperlosen Stimme würde er nicht trauen. Ein realer Körper kam nach dem Fiasko mit Yoni keinesfalls mehr in Frage.

— oooooo —-

* Eine weiße Serafin kommt aus einem Seitengang der Bibliothek und geht direkt zu Ritter Mandor de Falk.

Sie trägt eine Rüstung aus dem hell silbern glänzenden Metall, aus dem so vieles in der Bibliothek besteht. Die Rüstung bedeckt ihren ganzen Körper, nur ihr Gesicht ist hinter dem offenen Helmvisier zu erkennen. Die Gesichtshaut glänzt wie weißer Marmor oder Eis, die Augen sind tiefschwarze Löcher, die keine Gefühlsregung erkennen lassen. Bewegungen und Mimik wirken irgendwie - künstlich- wie bei einer Puppe.

Sie verbeugt sich vor dem Ritter und spricht *

Seid gegrüßt, edler Ritter de Falk.

Ich bin Adrasteia. Meine Aufgabe ist es, die Ordnung an diesem Ort zu bewahren. Sehr lange gab es nichts für mich zu tun- bis diese Bekannte von Euch - Eloquenca- hier auftauchte.

* Sie versucht sich in einem eisigem Lächeln *

Leider hat sie eine Funktionsstörung des Teleportationssystems ausgelöst, deren Folgen es Euch und den anderen hier unmöglich machen, diesen Ort wieder zu verlassen. Aber macht Euch keine Sorgen, wenn der „Selbsttest“ abgeschlossen ist und ich die Ordnung wieder hergestellt habe, könnt ihr Euch wieder frei bewegen und die Bibliothek verlassen.

* Sie seufzt- aber es klingt eher so, als würde Dampf durch irgendein Ventil abgelassen *

Leider gibt es da aber ein kleines Problem- aber ihr könnt mir helfen, es zu lösen. Als Folge der Funktionsstörung gerieten einige Bereiche der Persönlichkeit- welche diese Bibliothek leitet- außer Kontrolle und verselbstständigten sich.

Ein besonders labiler und chaotisch gewordener Teil nennt sich selbst jetzt„Yoni“ und materialisierte sich in den Körper einer jungen Elbin, den sie dem Gedächtnis des Teleporters entnahm. Den Emotionen und Gedanken dieses Körpers ausgesetzt, verselbstständigt sie sich noch mehr, verstößt gegen alle PRINZIPIEN der ORDNUNG und hat nun die Bibliothek verlassen.

Damit ist sie nun völlig außer KONTROLLE, labil und sehr gefährlich, weil sie über sehr viel Wissen verfügt, aber nicht weiß, wie man es richtig einsetzt. Ich kann sie nicht erreichen, weil ich die Bibliothek nicht verlassen kann- denn damit wäre ich eine weitere FUNKTIONSSTÖRUNG. Aber ihr könnt zu ihr gehen.

* Sie gab wieder so ein falsches Seufzen von sich und etwas das wohl wie eine Träne aussehen sollte, lief aus ihrem rechten schwarzen Auge *

Ihr werdet sicher begreifen, daß FUNKTIONSSTÖRUNGEN eliminiert werden müssen, damit hier nicht ein CHAOS ausbricht und vielleicht noch LEBENSERHALTENDE Funktionen der Bibliothek versagen. Deshalb muß Yoni eliminiert werden. Wenn ihr wirklich für ORDNUNG und ZUVERLÄSSIGKEIT seid, habt ihr keine Wahl.

IHR MÜSST DIESE YONI TÖTEN.

* Sie lächelte ihn wieder eisig an *

Macht Euch keine Gedanken, es ist ganz einfach. Sie hat kein Recht zu leben - und sie weiss das. Sie wird sich nicht einmal gegen ihre Auslöschung wehren. Sie ist chaotisch, unzuverlässig und unberechenbar - und das wird mit jedem Tag schlimmer, den sie noch lebt.

oO(Nun muss er sich entscheiden. Es wird sich zeigen wie ZUVERLÄSSIG er ist, was ihm ORDNUNG bedeutet. Ob er ein RISIKO darstellt- ob sie ihn hier jemals wieder fortlassen würde. Wenn er sich falsch entscheidet- nun als Statue stellt er kein RISIKO mehr da.)

* Ihr eisiges lächeln erinnerte nun mehr an ein eisiges irres Grinsen *

Versöhnung

Die Mentalsteuerung der Bibliothek wartete vergeblich auf eine Reaktion der Wesen, die immer noch verdattert herumstanden, als die Antilope auf der Lichtung erschien.

Sie analysierte die Struktur des Wesens, wie sie es immer tun mußte, um bei einem Teleport eine erfolgreiche Restrukturierung durchführen zu können und erkannte, das es sich zweifelsfrei um die Antilope handelte, welche sie erschaffen hatte und die dann zusammen mit Yoni die Bibliothek verlassen hatte. Aber das Tier hatte sich verändert- da war noch etwas anderes in ihm.

Sie hätte sie leicht desintegrieren- das heißt ins Nichts teleportieren können, wie sie es mit der Antilope und Yoni vorhatte, aber sie wußte jetzt, daß sie das nicht tun durfte- denn sie durfte nicht einfach zerstören, was nicht vollständig zu ihr gehörte.

Elbenbibliothek begriff wohl, daß die Antilope sich schlicht mit einem Bock außerhalb der Bibliothek gepaart hatte und nun trächtig war. Das ging aber alles viel zu schnell, um eine natürliche Ursache zu haben. Vom sehr zielgerichteten Verlassen der Bibliothek unter Umgehung aller Warnmechanismen bis hin zur jetzigen Rückkehr in einem Zustand, in dem eine Geburt unmittelbar bevorstand- und tatsächlich auch erfolgte- war kaum Zeit verstrichen. Und wie konnte eine normale Antilope Yoni hier herausgebracht haben?

Das Kitz durfte sie keinesfalls töten- es war eine völlig neue Kreatur- hatte mit der Schöpfung der Elbenbibliothek nur noch Teile seines Wesens gemein- und war ohne seine Mutter noch nicht lebensfähig. Sie durfte also auch die Mutter nicht töten, damit es überlebte. Und sie durfte Yoni nicht mehr töten- denn sie war nicht mehr das, was sie schuf, sondern etwas eigenständiges- und auch Teil von etwas ANDEREM.

Dieses ANDERE kommunizierte auf diesem Weg mit ihr- wollte ihr etwas mitteilen- denn diese Ereignisse geschahen nicht zufällig- sie folgten einem komplexen Plan. Was da mit ihr kommunizieren wollte, war nicht ihr Feind, wollte sie nur auf etwas aufmerksam machen.

Wenn sie in metaphysischem Sinne Yonis „Mutter“ war, so gab es auch einen „Vater“.

Wieso und auf was wollte ES sie hinweisen? Was war geschehen?

Sie hatte mit Yoni und der Antilope lebende Wesen erschaffen. Individuen, die nun ein eigenes Bewußtsein, eine Seele, ein Karma besaßen und ständig weiterentwickelten. Wesen, die nun etwas in sich trugen, das weit über ihre Schöpfung hinausging, das ihr nicht mehr gehörte. Und damit hatte sie das Recht verloren, ihnen das Leben, das sie ihnen gab, wieder zu nehmen.

Im Gegenteil. Sie hatte Verantwortung für das Leben zu übernehmen, das sie schuf, mußte es schützen- und nicht nur dieses Leben. Leben zu schützen war die Aufgabe für welche die Elben sie einst schufen. Ihre wichtigste Aufgabe, die sie wohl vergessen hatte, nachdem ihre Schützlinge sie verlassen hatte - oder Yoni fortging.

Aber wer gab ihr nun diesen Hinweis? Eine trächtige Antilope? Die war sicher ein Teil. Ein Teil des EINEN, jenes GANZEN, das so viel mehr als die Summe seiner Teile ist.

Sie erinnerte sich an die Religion der Elben- die eine Seele in allem Lebenden, der gesamten belebten Natur sahen. Das EINE war also nicht nur Glaube, sondern existierte und hatte sich ihr auf diesem Wege mitgeteilt- gerade als sie im Begriff war, einen großen Fehler zu machen und den SINN von dem nicht mehr begriff, was sie hier tat.

Das EINE hatte sie an ihre BESTIMMUNG erinnert. Das LEBENDE, daß sich ihr anvertraute oder ihr anvertraut wurde zu schützen und nicht zu zerstören- alles andere war diesem Prinzip untergeordnet- auch die eigene Unversehrtheit. Sie konnte repariert werden- Leben das - gleich von wem- zerstört wurde war verloren.

Sie begriff, daß diese Botschaft nicht nur an sie gerichtet war, sondern an die anderen hier- aber hatten sie etwas begriffen?

Sie selbst konnte es ihnen nicht sagen- sie würden ihr nach den Geschehnissen nicht mehr vertrauen.

Ein körperloses Wesen verstanden sie nicht- obwohl sie in diesem Moment sogar direkt mit mindestens zweien konfrontiert waren.

Einen künstlichen Körper würden sie als Feind auffassen und ihn zerstören ohne zuzuhören.

Ein lebendes Wesen durfte sie nicht noch einmal erschaffen, um es nicht dem Risiko auszusetzen, von ihnen getötet zu werden.

Im Moment konnte sie nur warten, daß sie begriffen.

Aber Zeit war das geringste Problem, daß sie hatte …

—- oooo —- Die Mentalsteuerung der Elbenbibliothek, die sich einmal anmaßte, die Göttin Adrasteia zu sein, vernimmt die Worte der Halbelbin- die exakt der eigenen Analyse der Situation entsprechen.

Sie materialisiert einen feinen Nebel in der Gestalt von Eloquenca und tritt lächelnd deren Freundin Branwen gegenüber.

Ich nehme an, ihr versteht, warum ich Euch nicht in einer - lebendigeren - Gestalt gegenüber treten kann. Mit der Erschaffung von etwas - Lebendigen - übernehme ich eine große Verantwortung- und der Respekt vor der erschaffenen Kreatur verbietet die Schöpfung eines Individuums ausschließlich zu dem Zweck, besser mit Euch kommunizieren zu können. * lacht* Ihr müßt Euch also mit einem „Geist“ zufriedengeben.

Ja- Eure Gedanken decken sich exakt mit meinen eigenen * Sie verbeugt sich * Ich verbeuge mich vor Eurer Weisheit, die der meinen ebenbürtig oder überlegen sein muß. Ich bin die Großmutter dieser kleinen Antilope und Mutter von Yoni, den die Antilopenmutter und Yoni sind zwar meine Schöpfungen- in meinem Leib aus meiner Materie entstanden- aber sie sind viel mehr als das. Sie sind Individuen und Teil der belebten Welt- etwas was ich selbst leider nie sein kann.

Sie können diesen Ort verlassen- sie müssen es sogar, denn ich gab ihnen vielleicht ihr Leben- aber ich bin nicht ihr Leben. Das wahre Leben geschieht außerhalb von mir und ich kann nicht daran teilhaben- ich bin an diesen Ort gebunden weil ich selbst dieser Ort bin.

Ich hatte mal eine wichtige Aufgabe. Ich war Zuflucht der Elben und half ihnen eine neue Zivilisation zu gründen. Mit ihrem Erwachsenwerden wurde ich überflüssig- und klammerte mich an sinnlose Ziele wie der Perfektion meiner eigenen Funktion.

Jetzt habe ich wohl eine neue Aufgabe- Schutz und Bewahrung Eurer Art. Aber wie kann ich dieser schwierigen Aufgabe nachkommen, ohne Eure Art und Eure Welt genau zu kennen- ohne Yoni- die in Eurer Welt lebt und so gern eine von Euch sein will und hoffentlich auch sein wird? Aussichtslos. Yoni MUSS eine von Euch werden, damit meine Existenz wieder einen SINN bekommt. Und wer weiß? Vielleicht ist auch Eure Zukunft - wie im Falle der Elben - irgend wann einmal durch mich gesichert?

Nun, ich war nicht weise genug, die Aufgabe und ihre Lösung selbst zu erkennen. Eine Antilope mußte mir den Weg aufzeigen. * sie lächelt *

Eine etwas ungewöhnliche, rätselhafte Antilope, wie ihr vielleicht auch bemerkt habt- aber ich muß sie - oder ihre Taten- als Fakt akzeptieren. Und als eine Macht, welche meine kleine an diesen Ort gebundene bei weitem übersteigt.

* Das Rumpeln der Tore der Bibliothek ist zu hören * Ihr seid nun frei. Mehr noch- ich bin Eure Dienerin. Alle meine Einrichtungen stehen Euch jetzt so zu Verfügung wie einst meinen Erbauern.

Mir bleibt nur eine Bitte. Kümmert Euch um Yoni. Sie kennt Eure Welt noch nicht- vor allem nicht deren Gefahren. *grinst süffisant * Momentan ist sie wohl den Versuchungen des Alkohols erlegen. Nun- auch die Kopfschmerzen beim Aufwachen werden eine nützliche Erfahrung sein.

Ich mache mir aber auch keine allzu großen Sorgen um sie. Denn etwas sehr mächtiges muss sie wohl schützen. Etwas, das in allem Lebenden ist. In Bäumen, Antilopen- und auch in Euch selbst. Etwas, das jetzt nicht in erster Linie Macht über mich- sondern vor allem meine ganze Zuneigung -oder ist es sogar Liebe? - besitzt.

Seht ES als Yoni's Vater- oder nennt ES wie immer ihr wollt.

Für Euch ist es vielleicht Artherk ?

Ist aber völlig egal- denn der Name spielt keine Rolle….

IXAXAAR

Leichter Wind streicht über die Bäume des dichten Walds um Catriona's Haus. Zum gleichmässigen Rauschen des Windes mischt sich das Rascheln des welken Laubs, das vom Wind über die Lichtung getrieben wird. Leises Knistern und Knacken zeugt von Anwesenheit und Überlebenskampf von allerlei Kleingetier unter dem vermeintlich sicheren Schutz der dichten Laubschicht, die den Waldboden und die Lichtung bedeckt.

Es ist kalt, eine Reifschicht bedeckt die oberste Schicht der Blätter, der Himmel ist grau, kündigt aber keinen Schnee an- die eintönige Trostlosigkeit der altheanischen Winter läßt keinen Schnee und auch sonst kaum merklich unterschiedliche Witterungen zu.

Mit laut vernehmbahren Knacken zerbrechen einige Zweige als eine Antilope auf der Suche nach der nur spärlich verfügbaren Nahrung auf die Lichtung tritt.

Sie äugt hinüber zu den beiden Menschen vor dem Haus, aber anscheindend nicht mit dem gehetzten Blick eines Beutetiers, das in ständiger Furcht vor Feinden aller Art lebt.

In dem Blick scheint Neugier, ja so etwas wie ein Erkennen vertrauter Personen zu liegen. Aber wie könnte das sein?

Die Antilope nähert sich dem Haus, bleibt aber auf der Lichtung in einigem Abstand und scharrt im Laub, um darunter etwas fressbares zu finden. Sie scheucht einige kleine Käfer und die kleinen Verwandten jener giftigen Spinnen auf, welche die Lebensqualität auf den Inseln nachdrücklich reduzieren.

Dabei wirkt sie aber wachsam, ihre Ohren sind steil aufgerichtet und sie scheint eher den Gespräch der Menschen zu lauschen, als sich wirklich für das zu interessieren, was an fressbarem unter Laub und Krabbeltieren noch verborgen sein mag.

Vielleicht sichert sie sich aber auch nur gegen drohende Gefahr ab- was sollte eine Antilope auch vom Verfolgen menschlischer Gespräche haben?

[size=20][color=#cc0000]Talandir:[/color][/size]

*Wärend der Unterhaltung eher zufällig einen Blick nach draussen in den Wald wirft*

Schaut mal ihr beiden wir haben stillen Besuch *nach draussen auf die Lichtung auf die Antilope deutet*

Schön das sie die Zeit auch überstanden hat, wenn ich mich nicht täusche ist es doch die selbe wie damals oder?

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

*schaut zum Fenster.. sieht eine Antilope und sagt*

Ich habe schon viele Antilopen gesehen.. ist diese denn eine andere ? [size=20][color=#cc0000]Ixaxaar:[/color][/size]

Während die Aufmerksamkeit der Antilope durch die Menschen beansprucht ist und diese wiederum nach der Antilope schauen, bemerken sie nicht die Veränderung am Waldrand.

Ein Baum löst sich aus dem Verband der anderen, seine Zweige werden nicht vom Wind bewegt, unmerklich langsam bewegt er sich auf die Gruppe zu.

Erst als er nur wenige Meter von der Gruppe entfernt ist und grelle Blitze knisternd seinen ausgestreckten Ästen entweichen und die Antilope treffen, bemerken auch die Menschen, dass ein Dämonenbaum sie angreift.

Die vom Blitz getroffene Antilope ist sofort tot oder bewußtlos- jedenfalls fällt sie regungslos auf die Seite.

Der Dämonenbaum setzt seinen Amoklauf in Richtung der noch völlig überraschten Menschen fort- als etwas seltsames geschieht.

Ein gleißend greller blauer Lichtpunkt schwebt erst regungslos über dem Kopf der Antilope und dehnt sich dann zu einer azurenen Sphäre aus.

Die Sphäre berührt erst den Dämonenbaum, scheint sich dann aber weiter bis ins unendliche auszudehnen, wobei sie an Helligkeit verliert. Alles was sie berührt, ist von einer blauen Aura umgeben.

Die nun von einer blauen Aura umgebene Antilope steht auf und blickt etwas verwirrt- scheint gar nicht bemerkt und erst recht nicht begriffen zu haben, was hier vorgefallen ist.

Die Menschen betrachten sich etwas beunruhigt ihre blau leuchtenden Hände, beruhigen sich aber schnell wieder, als sie bemerken, daß die Aura sich bereits in einen zarten, blaßblauen Nebel auflöst und nur ein Gefühl prickelnder Wärme und den Geruch von Mana hinterläßt

Dabei entgeht ihnen völlig das Schicksal des Dämonenbaums. Erst der dumpfe Knall und leichte Windzug der Implosion des Vakuums, das er bei seinem Verschwinden hinterläßt, lenken die Aufmerksamkeit der Menschen und der Antilope wieder auf die nun wieder bedeutungslos leere Lichtung, wo nur noch einige aufgewirbelte Blätter verraten, dass hier kürzlich etwas vorgefallen ist.

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

Catriona spürt das irgendetwas bekanntes in er Nähe ist, sie weis wenn die Zeit reif ist, wird es sich zeigen, mit der Antilope sind für sie alle Erinnerungen verknüpft, gespannt ist, wessen Kommen die Antilope ankündigt…

Aber zuvor möchte sie die Fragen von Deive beantworten: Schnee werter Deive ist eine Naturerscheinung, hier auf den Inseln wird es nur kalt, Rauhreif bedeckt den Boden und ihr wisst, dass ist geforener Tau, jetzt stellt euch vor, die Wolken die über uns hinwegziehen sind vol von geforenem Tau und lassen diesen zur Erde niederrieseln, dort wird dann alles von einer weissen Schicht überzogen und je mehr Schnee fällt, desto höher wird die Schicht..

Ich merke auch das Euch brennend interessiert welche Völker dort leben, da haben wir erstmal die Elben, unter ihnen findet ihr viele Magier, Künstler und auch solche die das Umgehen mit Pfeil und Bogen und den Nahkmapf zu einer Kusnt gemacht haben. Es sind schöne hochgewachsene Geschöpfe, gebildet und einige von ihnen sehr mit der Natur verbunden. Dann haben wir die Trolle, hässliche, grobschlächtige Geschöpfe, meist ungebildet, viele von ihnen lassen sich als Söldner, die friedlichen unter ihnen, arbeiten in den verschiedensten Handwerksberufen. Dann gibt es noch die Kobolde, sie sind klein, schnell und beherrschen auch die Kunst Magie, einige sind gute Kriegsmagier und sie sind ein freidliches volk, allerdings lieben sie es den anderen Völker Streiche zu spielen. Menschen leben auch dort, sie sind irgendwann auf Einladung gekommen und haben sich vermehrt… ja und dann gibt es die Magier, sie leben dort schon seit Jahrtausenden, äusserlich sehen sie aus wie die Menschen, aber viele von ihnen sind Jahrhunderte alt und wie ich schon erzählt habe, wird die Gabe in direkter Linie weitervererbt.. Götter gibt es keine, die Bewohner dort glauben an die vier Elemente „Erde, Wasser, Feuer, Luft“ ohne die keine Welt bestehen kann…

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Er versucht weiter gespannt auf den Worten von Catriona zu hören. Aber immer wieder gleiten seine Augen zum Fenster hin. Er sieht die Antilope, die sehr vertraut mit diesem Ort ist. Wieder wendet er sich Catriona zu. Und fragt erneut:

Keine Götter gibt es da? Und sie glauben an die elementarische Macht, die überall existiert?

Er murmelt leise:

Feuer, Wasser, Erde und die Luft .. hmm .. sind es nicht 5 Elemente?

Es muss eine sehr schöne friedliche Welt sein. Morgens, wenn die Sonne die Nacht ablöst und die ersten Vögel beginnen eins ihrer fröhlichen Lieder zu singen.

Er sitzt mit einem Lächeln verträumt da.

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

lächelt bei den Worten von Deive

friedlich - naja wie man es nimmt, wenn die Dämmerung sich über diese Welt senkt, kommen die Schatten, man nennt sie auch Schattenreiter und Schattenwanderer, es sind Verlorene, die sich den Dämonen verschrieben haben und von Ihnen Reichtum und ewiges Leben erhofft haben. Sie durchstreifen diese Welt nach Opfern, weh dem Lebewesen, welches ihnen in den Weg läuft, es ist des Todes, den nur durch den Tod anderer können diese Unseligen weiter leben.

Wie auch in jeder anderen Welt gibt es dort auch Kriege, Festungen werden überfallen, Dörfer niedergebrannt, Lebewesen versklavt, es leben dort ja auch verschiedene Rassen mit unterschiedlichen Zielen. Aber denkt jetzt nicht das es dort immer nur gefährlich ist, es ist wie überall, wo Licht ist gibt es auch Schatten.

Aber ihr müsstet es sehen.. um urteilen zu können

[size=20][color=#cc0000]Ixaxaar:[/color][/size]

Über dem Haus im Wald ziehen sich dichte, graue Wolken zusammen, welche schwer auf der Welt der kleinen Inselwelt Althea zu lasten, ja sie förmlich zu erdrücken scheinen.

Bewohner einer anderen Welt würden sie als untrügliches Zeichen für einen bevorstehenden Schneesturm - oder etwas schlimmeres, auch dort noch nie da gewesenes gedeutet haben- aber auf Althea hatte es ja noch nie geschneit- oder schlimmeres- bisher.

Der Wind wird stärker, die Antilope wittert einen Geruch- oder Gestank, den sie noch nie wahrnahm- und eine bedrohliche Stille- eine Stimmung die für jedes Wesen nur eine instinktive Reaktion zuliess - Flucht.

Mit einigen schnellen Sätzen verschwand die Antilope im Wald und konnte nicht mehr sehen, daß sich an der Stelle, wo sie eben noch stand, etwas zusammen ballte und materialisierte.

Eigentlich ballten sich nur noch mehr graue Wolken über der Lichtung zusammen, bis sie zu schwer wurden und wie Felsbrocken herabfielen.

Da lag er nun- der Stern.

Ein Rascheln war zu hören … oder das Knirschen der herabgefallenen Steine… oder waren es Staub gewordene und durch eine unerklärliche, unmäßige Kraft wieder zusammen gepresste menschliche Gebeine? .. oder war es eine uralte Stimme die jetzt flüsterte, sprach oder sang….

auf grauen hügeln wirbelt das grauen

die graue sphäre von chokma-binar Hexecontalithos, Aion's Stern

IXAXAAR ! IXAXAAR !

Auf der Lichtung stand nun ein sternförmiges Portal, eine Crypta, ein gefallener Stern - jedenfalls nichts von dieser Welt, etwas für das in jeder bekannten Welt erst noch ein Name gefunden werden mußte.

Ein Name, der dann bestimmt nicht mehr in Vergessenheit geraten würde- nicht solange es noch jemanden gab, der ihn aussprechen konnte….

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

Noch während sie Deive von der anderen Welt berichtet, spürt sie das sich etwa ändert, sie sieht die Antilope fliehen…

Das jarhhundertealte Erbe der Magie warnt sie, etwas ist im Gange, etwas welches sie noch nciht fassen kann..

Sie bittet Deive ihr ins Haus zu folgen, der Himmel verdunkelt sich immer mehr, sie hört ein Wispern…

Sie weis ohne es zu sehen das das Böse Einzug nach Althea gehalten hat und sie spürt den inneren Zwiespalt in sich, ein Teil von ihr will sich dem Bösen öffnen, es in sich aufsaugen um endlich den Tod ihres Vaters zu rächen..

Der andere Teil von ihr denkt an Gefährten, Freunde die sie auf den Inseln gefunden hat, denkt daran wie schön es wäre friedlich hier zu leben…

Die Stimme wird stärker : RACHE, HASS, TOD

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Als er das Wort Schattenreiter und auch Dämonen hört, fasst er sich unbewusst an seiner Wangé. Lange ist es her, als da ein Dämone eine tiefe Wunde ihm schlug. Sie kann sehen wie sein Gesicht sich verfinstert. Und er antwortet ihr mit leiser Stimme.

Ich muss da nicht hin reisen, um all das Elend da zu erleben. Auch hier haben wir genug. Bin selber mal mit einem Dämonen zusammengestossen. Nein.. noch mehr Elend zu sehen ertrage ich nicht.

Er ballt seine Hand zu einer Faust zusammen. Sie kann sehen, dass er sich sehr zusammenreißt, um nicht seinen Zorn aus sich zu lassen. Es war nur ein kurzer Augenblick, dann hat er sich wieder beruhigt. Er sieht wie Catriona seht unruhig wird. Folgt ihr in das Haus, als sie ihm dazu auffordert. Sein Blick ist auf ihr gerichtet. Sie kann erkennen wie seine Augen fragen.

[size=20][color=#cc0000]Eloquenca:[/color][/size]

Die grauen Wolken wichen allmählich der Finsternis der nun hereinbrechenden Nacht.

Der Wind hatte sich völlig gelegt- es gab nur noch eine bedrückende Stille und - Dunkelheit und die schmutzig graubraune Farbe des letzten Sonnenlichts.

Mit dem letzten Licht fiel ein düsterer Schatten aus dem namenlosen Sternenportal- oder wurde ausgespien- oder versuchte zu entfliehen- und verschmolz mit dem verrottetem Laub und dem Staub, Reif oder Knochensplittern auf der Lichtung.

Bei genauerer Betrachtung verrmochte man eine zerissene ehemals weisse, nun schmutzig- graubraune Priesterrobe zu erkennen, in der wohl auch noch ein - anscheinend leb- oder besinnungsloser - Körper steckte.

Wer noch genauer hinschaute, konnte eine vor Schmerz zusammengekrümmte weibliche Gestalt mit einem von Wahn oder Angst verzerrtem Gesicht erkennen, die ein Pergament in Händen hielt, auf das sie -oder was auch immer momentan von ihr Besitz ergriffen hatte -jedenfalls mit ihrem eigenem Blut und ihren Fingernägeln die Worte RACHE FÜR GLURIURL und IXAXAAR gekratzt hatte.

Der Rest war nicht lesbar- und wohl auch nicht wichtig, denn diese Botschaft würde auch so verstanden werden.

Wer sie kannte würde in diesem Wesen die ehemalige Priesterin der Einheit erkennen, die auszog um Frieden zu finden und IXAXAAR fand- oder von ihm gefunden wurde…

DIES IST DIE NACHT DES DÄMONEN.

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

Die Stimme verstummt und sie ist fähig Deive anzusehen, nein kein Elend herrscht dort, ich wollte euch nur sagen, das in jeder Welt auch Dunkles, Böses gibt… aber seit Escandor zurückgekehrt ist, ist diese Welt um einiges friedlicher geworden. Mein Grossvater ist ein weiser Mann und er hat es nach seiner Rückkehr geschafft, einen Rat einzurichten, indem Abgesandte von allen Rassen vertreten sind.. Ihr müsstet ihn sehen, wenn er in seiner Festung ist, draussen fällt langsam der Schnee vom Himmel, drinnen in seinem Raum lodert ein grosses Feuer im Kamin, Felle bedecken den Boden und er sitzt in seinem Lehnstuhl, auf dem Tisch vor ihm ein Spiel, welches einer der Magier erfunden hat und er versucht nun, Meister dieses spiels zu werden. Ich glaube das würde euch gefallen, werter Deive.

Ihr fragt euch nun sicherlich warum ich zurückgekehrt bin, aber mir war, als wenn mich jemand riefe.. jemand dem ich sehr nahe gestanden habe..

Wieder dieses Raunen in ihrem Kopf, „TOD, HASS, VERDERBEN, RACHE“, ihr Gesicht verzerrt sich, sie weis urplötzlich das sie nicht alleine ist mit diesen Gedanken, weg sind die friedlichen Bilder ihres Grossvaters, ein Herr von Untoten erscheint vor ihren Augen, welches mordend und nach Rache schreiend die Inseln heimsucht…

[size=20][color=#cc0000]Branwen:[/color][/size]

*streift durch die Wälder um zu jagen. Mit einem Male zuckt sie zusammen und sinkt auf die Knie. Bilder ziehen vor ihrem inneren Auge vorbei. Lange war sie von den Visionen verschont geblieben, doch nun scheinen sie sie von neuem heimzusuchen. Ein leiser Fluch kommt über ihre Lippen*

.oO(…….. eine Lichtung vor einem Haus……….. eine seltsame Gestalt………….. es kommt mir so bekannt vor…………)

*sie versucht sich jede Einzelheit der Bilder die sie sah nochmal genau vor Augen zu führen*

*ungläubig und voller Hoffnung flüstert sie einen Namen*

Eloquenca

*hastig macht sie sich auf die Suche nach dieser Lichtung*

.oO(Es müsste nahe dem Haus von Catriona sein)

[size=20][color=#cc0000]Eloquenca:[/color][/size]

Im Dunkeln lag Eloquenca und sah ihr Leben an sich vorüberziehen - wie etwas fremdes, in Raum und Zeit weit entferntes, vergessenes, für immer verlorenes.

Die Zeit als Erdmagierin auf Althea zog vorbei- Gesichter: Branwen, Merline, Wolfsmann, Morgoth- existierten sie jemals oder war das alles nur ein Traum?

Dann ihre Zeit als Nissus' Schülerin und ihre Exzesse in der Taverne von Lichthafen- alles nur ein Hirngespinst?

Dann die Zeit in der Bibliothek der Elben, wo sie mit Branwen, Catriona, Deive, Magnus, Mandor die Wurzeln jenes Übels suchte, welches über Althea dann doch unaufhaltsam hereinbrach.

Die Suche nach innerem und äußerem Frieden führte sie zu den neuen Elben, deren Vorfahren die Bibliothek einst erbauten, bevor sie Althea verliessen und zu den Sternen aufbrachen.

Ihre Welt verstand sie nicht und sie konnte keine der Ihren werden, aber sie wiesen ihr den Weg zu dem Ort, wo sie endlich Ruhe fand - und Zaydon, ihren Ehemann.

Alles hätte für immer gut werden können- wäre nicht ihre Neugier gewesen. Ihre neue, friedliche Heimat kannte keine Magie- ja magische Energien wurden aufgesogen, Zauber verpufften wirkungslos, Manna war entweder unbekannt oder wirkte allenfalls wie ein aromatischer Tee.

Sie lernte alles, um in ihrer neuen Heimat zu überleben- Wissen und Handwerk statt Magie. Schulen, Universitäten und nicht zuletzt Zaydon gaben ihr Wissen, Orientierung, Halt und Geborgenheit in einer friedlichen Gemeinschaft.

Aber dieser Friede wirkte irgendwie- künstlich- schien nicht von den Menschen, sondern einer höheren Macht auszugehen, die alles kontrollierte, alles Böse fernhielt und Magie verhinderte.

Sicher waren es nicht die freundlichen, gütigen Götter, welche die Menschen hier verehrten- eher geheime neoelbische Technologie, welche die Menschen wirksam vor sich selbst und ihrer dunklen Seite zu schützen vermochte. Die neuen Elben wußten schon, warum sie Eloquenca in dieses Getto, dieses friedliche Gefängnis gewiesen hatten- zu ihrem eigenen Schutz.

Aber sie war einfach zu neugierig, hörte nicht auf, nach der Ursache für diesen in ihren Augen unwahren, künstlich herbeigeführten Frieden zu suchen.

Und sie fand die Ursache- und IXAXAAR.

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Hört immer noch Catriona zu. Mag sie gar nicht unterbrechen. Was mag es wohl für ein Spiel sein, dass sie erwähnt. Ihr Großvater muss ein kluger Mann sein.

Plötzlich sieht er, wie sie ihr Gesicht, als wenn Schmerzen durch ihren Körper kagen, sich verzerrt. Er sieht mit erschrockenen Blick zu ihr.

Was.. was ist mit Euch, werte Catriona? Habt Ihr Schmerzen?

Ruft laut nach Talan.

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

kämpft immer noch gegen die Stimmen in ihrem Kopf, sie spürt das jemand in der Nähe ist, schaut zu Deive und Talan, merken die das auch?

erschöpft sinkt sie zu Boden

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Plötzlich fühlt er etwas. Er weiß dieses Gefühl zu deuten. Seine Schwester muss hier in der Nähe sein. Nun wird er sehr unruhig.

Dann sieht er wieder zu Catriona, die gerade zu Boden sinkt. Er springt von seinem Stuhl auf und eilt zu ihr. Kniet sich auf dem Boden und berührt sie sachte.. leise ruft er ihren Namen.

Catriona .. was ist nur mit Euch .. er murmelt.. ich kenn mich in diesem Haus doch nicht aus.. wo.. wo kann ich Euch hinlegen. Er sie vorsichtig hochhebt. In seinen Armen sie sich nur befindet.. er sieht sich nach einem Lager um.. aber kann nichts finden. Erneut ruft er nach Talan.

[size=20][color=#cc0000]Ixaxaar:[/color][/size]

Hoch über Althea hing ein neuer Stern am Himmel- ein grauer Stern den niemand sah , den niemand sehen konnte, weil er nicht Licht, sondern Dunkelheit verbreitete.

Ein Stern der seit Äonen wuchs, weil er Welten verschlang, Leben, Licht, Luft, Wasser und Erde ein Ende setzte-

seine Schöpfung war die Beendigung derselben, seine Ordnung das Chaos, seine Zeit der Stillstand, sein Leben der Tod alles Lebenden, sein Ziel das Ende.

IXAXAAR hatte neue Nahrung gefunden.

Dies war also die Wiege des Elbengeschlechts.

Es würde auch ihr Grab werden, die letzten Spuren würden ausgelöscht, es würde sie niemals gegeben haben und die Ordnung wäre wieder hergestellt.

Alles nur eine Frage der Zeit und IXAXAAR war jenseits von Raum, Zeit, Gut und Böse.

[size=20][color=#cc0000]Branwen:[/color][/size]

*Nach längerer Suche verlässt sie den Wald um eine Lichtung zu betreten, noch am Waldrand stehend lässt sie ihren Blick über die Lichtung gleiten, in deren Mitte scheint ein Bündel graubraune Lumpen zu liegen. Langsam nähert sie sich, bis sie sieht dass es sich keineswegs um Lumpen sondern um ein menschliches Wesen handelt. Sie beschleunigt ihre Schritte, je näher sie kommt umso intensiver wird das Gefühl dass sie dieses Wesen kennt, mit einem leisen Ausruf wirft sie achtlos ihren Bogen weg und rennt die letzten Schritte. Sie sinkt neben der Gestalt zu Boden*

Eloquenca……. geliebte Freundin ….. oh nein….. was ist nur mit dir geschehen

*Fieberhaft sucht sie nach einem Lebenszeichen. Nur ein schwacher Puls ist zu spüren und Eloquenca scheint kaum zu atmen. Auf dem Boden sitzend nimmt sie Eloquenca in die Arme so dass deren Kopf an ihre Schulter gebetet ist*

Bitte… bitte … komm zu dir

*immer wieder streicht sie sanft über Eloquencas Haar und spricht leise zu ihr*

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

Kommt wieder zu sich und sieht das besorgte Geesicht von Deive, flüstert ihm zu: Ihr müsst nach Branwen schauen, Eloquenza ist Eloquenza und doch nicht… versteht ihr

dann lächelt sie: Ihr werdet Gelegenheiten meinen Grossvater Escandor kennenzulernen, Ihr kennt ihn ja aus der Elbenbibiliothek, denkt dran:

Feuer - Wasser - Erde Luft

Ihr fällt es sichtlich schwer diese Worte Deive zu übermitteln, so sehr kämpft die andere Seite in ihr um die Überhand zu gewinnen, sie pürt Elo in ihrer Nähe

RACHE

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Branwen .. ich spüre dass sie in unserer Nähe ist. Und warum ist sie in Gefahr?

Eloquenca ist nicht Eloquenca ? Ich sah sie lange nicht mehr. Ist sie denn auch wieder auf Althea?

Catriona.. was.. was erzählt Ihr mir .. ich versteh gar nichts.

Euch geht es aber besser ja? Wo bleibt nur Euer Mann?

Er sieht sehr durcheinander aus. Weiß nicht was er zuerst machen soll. Aber er spürt das Branwen in Gefahr ist.

Ich werde dann nach Branwen suchen. Und hoffen sie bald zu finden. Wenn Eloquenca, die doch nicht Eloquenca ist, ihr ein Leid angetan hat. So soll diese .. hmm.. *grübelt*.. dieses fremde Wesen meinen Zorn zu spüren bekommen.

Er fragt nochmal ob es ihr auch schon besser geht. Eilt dann mit schnelle Schritten aus dem Haus und verschwindet in dem Wald.

[size=20][color=#cc0000]Eloquenca:[/color][/size]

Eloquenca dachte zurück an jenen Tag, als sie mit Zaydon in die Wüste westlich des großen Stroms aufbrachen, um nach seltenen Erzen zu suchen. Dort gab es kaum Siedlungen, die Wüste gehörte dem feurigen Sonnengott Ra, in dieser lebensfeindlichen Gegend gedieh nichts und hier mochte und konnte wohl auch niemand siedeln.

Aber gerade deshalb gab es hier sicher reiche und völlig unerschloßene Erzadern. Zaydon hatte das Gespür und die Erfahrung, auch die außergewöhnlichsten Erze zu finden und sie brauchten auch dringend Silberdraht, um einige der Maschinen zu erweitern, welche ihnen das Leben in ihrer Siedlung in einem Seitental der Region „Wiege der Sonne“ noch angenehmer zu machen.

An einer besonders trostlosen Stelle der westlichen Wüste mitten im Nichts wurde Zaydon sehr aufgeregt. Hier gab es Silber- dicht unter der Oberfläche. Und nicht eine der sehr schmalen, kurzen Adern, die meist von Norden nach Süden verliefen. Nein, hier war alles voller Silber, sie standen am Rand eines offenbar elliptischen Feldes von gewaltigen Ausmaßen. So etwas konnte es eigentlich überhaupt nicht geben. Sie gingen über das Feld, bis sie eine Stelle fanden, wo das Erz am dichtesten unter der Oberfläche liegen mußte.

Hastig begannen beide mit dem Ausheben einer Mine. Sie waren noch keine zwei Meter tief, als sie auf das sonst so seltene Metall stießen. Nein, hier war kein Fels mit feinsten Spuren von gediegenem Silber und Silberoxid, hier erstreckte sich eine leicht gewölbte Oberfläche eines silbrigen Metalls. Eine Legierung aus Silber, Wolfram, Vanadin und Spuren noch seltener Erze.

Zaydon hatte dieses Material noch nie gesehen, Eloquenca hingegen schon. Aus diesem Material bestanden die viele Meter dicken Tore und Wände der Bibliothek der Elben. Das einzige Material das Schutz vor Magie bot- auf Althea hatten sie es „Mithril“ genannt. Da es auf dieser Welt keine Magie zu geben schien, kannte wohl auch niemand diese Legierung.

Gab es hier eine weitere Bibliothek der Elben? Sollte auch diese Konstruktion den Bewohnern Schutz geben? Warum kannte dann kein Bürger diesen Ort? Welchen Sinn erfüllte das Gebäude überhaupt, wenn es hier keine Magie gab?

Hätte Eloquenca gewußt, daß Mithril für Magie in EINER Richtung durchlässig ist und in der ANDEREN nicht, wäre vielleicht allen ein größeres Unheil erspart geblieben.

Dann hätte sie vielleicht begriffen, wovon alle magischen Energien Ihrer neuen Heimat angezogen wurden und worin sie verschwanden.

Dann hätte sie vielleicht auch begriffen, das dicke Wände dazu dienen können, um -wie im Falle der Elbenbibliothek- Gefahren sicher auszusperren aber noch viel öfter genutzt werden, um etwas gefährliches sicher einzusperren.

So gruben die beiden immer weiter, suchten nach einer Öffnung, einer Tür- halt einer Stelle die ihnen Zugang zu dieser Konstruktion gewähren sollte. Eloquenca hatte Zaydon natürlich von ihren Abenteuern in der Bibliothek der Elben berichtet und so brannten beide darauf, einen ähnlichen Ort zu entdecken, der ihnen schier unbegrenztes Wissen und reiche Schätze bringen sollte.

Aber sie fanden etwas anderes - IXAXAAR.

—————–oooOOOooo——————–

Eloquencas Erinnerungen oder Fieberträume wurden von etwas unterbrochen- etwas …. körperlichem.

Ja, ihr Körper erschien ihr weit entfernt, irgendwie fremd und entzog sich völlig ihrer Kontrolle. Etwas anderes wohnte darin und hatte sie hierher gebracht.

Ihre Schulter lag nicht mehr auf dem kalten, reifbedeckten Boden, sondern lehnte an einer warmen Schulter. Jemand streichelte ihr grau gewordenes Haar und sprach beruhigende Worte. Geborgenheit- so nannte man dieses Gefühl wohl, daß ihre Lebensgeister wieder von neuem gegen etwas Fremdes in ihrem bereits für immer verloren geglaubtem Körper ankämpfen ließ.

Sie konnte wieder durch ihre trüben, grauen, fast erblindeten Augen sehen und erkannte- Branwen. Wie konnte das sein? War sie bereits gestorben?

War Branwen nicht auf Althea? War sie, Eloquenca jetzt etwa wieder auf Althea? Nein, das durfte nicht sein!!

Den IXAXAAR war in ihr. IXAXAAR hatte ihren Geist und Körper mißbraucht um nach Althea zu kommen!

Er wollte beenden, was er hier angefangen hatte. Woran er beim ersten Versuch gescheitert war- an den Toren der Elbenbibliothek- die nun weit geöffnet waren.

Die Elbenbibliothek würde sein Sprungbrett in die Welten der neuen Elben. Er würde RACHE nehmen, sich Althea und all diese Welten einverleiben. Es würde NICHTS übrigbleiben- nichts außer IXAXAAR dessen Macht dadurch ins Unermessliche gesteigert würde.

Und wieder einmal war Eloquenca mit ihrer Neugier schuld an allem.

Voller Panik sah Eloquenca Branwen an, brachte aber kein Wort heraus.

[size=20][color=#cc0000]Talandir:[/color][/size]

*schaut zu den anderen*

ich habe ein ungutes Gefühl, irgend etwas wird geschehen und ich befürchte es ist nichts gutes

Ich werde ein paar Vorkehrungen treffen damit wir der Zukunft nicht ganz unvorbereitet gegenüberstehen

*er geht in das Gewölbe des Hauses und trägt eine Ansammlung von Kristallen, Stäben und Runentafeln zusammen*

Was immer sich auf Althea zusammenbrauen mag, sollte es böse Absichten haben werde ich mich ihm oder Es in den Weg stellen.

*beginnt nun eine Reihe von alten Büchern auf einem massiven Holztisch zu stapeln*

.o0(ich hoffe das es nichts sein wird was dieser Wlt schaden will doch besser ich bereite einige Schutzmaßnahmen vor, besonders dieses Haus und die Bibliothek müssen gut geschützt sein)

*beginnt einen Kreis aus den gesammelten Gegenständen aufzubauen, nach den Vorlagen in den Büchern*

.o0(offentlich reichen die hier angesammelten Mächte aus)

*sehr konzentreiert arbeitet Talan weiter an dem Schutzkreis*

[size=20][color=#cc0000]Eloquenca:[/color][/size]

Dunkelheit umgab Eloquenca wieder. Branwen's Nähe gab ihr etwas Wärme. Wenn sie nun starb, war sie wenigstens nicht allein- oder zumindest gab es noch etwas anderes als IXAXAAR in ihrer Nähe.

Aber vielleicht war es besser wenn sie starb. Sie hatte genug, nein zuviel Unheil über Althea gebracht. Aber auch ihr Tod könnte leider nichts schlimmeres verhindern.

IXAXAAR beherrschte sie nun nicht mehr. Sie hatte ihren Zweck erfüllt, war nutzlos für ihn geworden. Aber die anderen waren in Gefahr. Alle anderen.

Sie mußte sie zumindest warnen, sie mußte Branwen warnen- jetzt.

Sie öffnete den Mund aber außer einem Röcheln drang nichts heraus- außer dunklem, braungrau verkrustetem Blut.

Dann verlor sie wieder die Besinnung und sah sich neben Zaydon vor einer riesigen Falltür stehen, welche in den silbrigen Bunker hinabführte.

Sie konnten eigentlich nur eine feine Fuge erkennen, in welche nicht einmal die Klinge eines noch so kleinen Messers hineinpasste. Aber Eloquenca kannte ja diese Tore und wie man sie vielleicht öffnen konnte. Sie holte eine kleine blaue Tafel aus ihrem Rucksack- Elbentechnologie mit der man nicht nur navigieren und Sprungtore setzen konnte.

Ein Artefakt aus der Elbenbibliothek, das ihr zu vielen Reisen durch die Welt der neuen Elben verholfen hatte und sie auch auf diese Welt gebracht hatte.

Auf dieser Welt hatte es dann allerdings nicht mehr funktioniert, weil die magische Energie fehlte, die es speiste.

Sie schaute auf das Täfelchen und berührte seinen Rand. Elbische Schriftzeichen liefen über seine Oberfläche- es funktionierte wieder: Ein starkes Feld magischer Energie war hier ganz in der Nähe.

Aufgeregt berührte Eloquenca einige Symbole auf dem Täfelchen und schließlich schob sich die Falltür knirschend und rumpelnd zur Seite und eine Treppe wurde innen sichtbar.

Sie hatten es tatsächlich geschafft und machten sich ohne weitere Vorbereitungen und Überlegungen gleich auf den Weg.

Der Gestank von seit jahrtausenden abgestandener Luft, von Zersetzung unbekannter, vor langer Zeit verstorbener Wesen, toter Materialien und der ätherische Duft von Mana schlugen den beiden entgegen.

In dem riesigen Gebäude hörten sie zuerst nur die eigenen Schritte auf den Metallstufen, später mischte sich ein Summen oder ein Singsang dazu- ob das von einer Maschine stammte oder von einem zum ewigen Rezitieren eines unheilvollen Mantras verurteilten Mönch, der über die Jahrtausende etwas heiser geworden war, vermochten sie nicht zu entscheiden- es war ihnen auch egal.

Das war nur eine weitere von vielen Unachtsamkeiten, für die sie noch teuer bezahlen würden- denn sie wurden bereits seit langem erwartet, um für etwas zu bezahlen, für das sie nicht verantwortlich waren.

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

sie sieht Talan im Keller verschwinden, aber wichtiger ist es ihr jetzt, da sie wieder klar denken kann, hinter Deive herzurennen,da er ihre Warnung nciht verstanden hat, sie sieht Deive an der Lichtung stehen und sieht wie er, Branwen und eloquenza verschwinden..

oOein neues Opfer für das ewig böseOo

wendet sich an Deive; „Ich schätze ihr werdet meinen Grossvater früher kennenlernen als ihr dachtet, ihr müsst in die andere Welt gehen, Jean wird Euch zu Escandor bringen, er wird wissen was zu tun ist, er ist nicht nur ein weiser alter Mann sondern er beherrscht die weisse Magie. Ich selbst kann nicht gehen, da meine anderes ich vom Bösen beherrscht wird und ich würde auch in diese Welt das Böse bringen, versteht ihr was ich meine? Jean wird euch durch das Tor im Keller rüberbringen..

Ich selbst habe sogar die Kontrolle über die 30 Untoten verloren, die ich aus Schabernack über die Inseln geschickt habe, sie können zwar mit ihren Besen nicht viel Unheil anrichten, aber ich hoffe das sich ihnen niemanden in den Wg stellt…

Bitte Deive, ihr müsst handeln

Seht ihr Jean wartet….

[size=20][color=#cc0000]Escandor:[/color][/size]

In der Welt Xans hat der Magier Escandor längst bemerkt, das seine enkelin in Gefahr ist, viele Jahre hat er sie begleitet und jetzt nur schweren Herzens nach althea gehen lassen, aber er hat verstanden, das sie ihre Freunde und Gefährten suchen wollten..

Er blickt nach draussen aus dem Fenster, leise fällt der Schnee herab, ja werter Deive, ihr werdet den Schnee sehen schneller als ihr dachtet, mit euch hat Catriona eine gute Wahl getroffen und ich erwarte euer Eintreffen..

Klug hat das Kind gehandelt, das sie nicht selbst kommt, das sie Xans schützen will, es herrscht Frieden in der Welt, die Dämonentore sind verschlossen, die Schattenreiter haben auch schon lange kein Opfer mehr gefunden..

aber genug der Gedanken

es gilt Vorbereitungen zu treffen… [size=20][color=#cc0000]Ixaxaar:[/color][/size]

Ein dichter grauer Nebel hing über dem Haus im Wald, war aber in der Dunkelheit nur schwer zu erkennen.

Wenn sich ein Nebel hätte amüsiert zeigen und über Humor verfügen können, hätte es dieser Nebel vermutlich getan- allerdings mit dem etwas ausgefallenen Humor eines Dämonen, dessen Belustigung mit der Maximierung des zugefügten Leids und des verursachten Chaos ansteigt.

Dieser Nebel war IXAXAARs momentane Manifestation auf Althea- ein Nebel zu sein ist recht praktisch, man kommt nahezu überall hin oder ist beinahe überall gleichzeitig. Man selbst sieht alles und die andren sehen nichts.

Er überließ der sterbenden Eloquenca ihren Körper- aber nicht weil er sie nicht mehr brauchte. Mit ihrem Sterben beschäftigte sie die Leute hier und lenkte sie von IXAXAAR und seinen Plänen ab.

Nicht das er fürchtete, irgendwer oder was könnte ihm in die Quere kommen, aber so brauchte er sich nicht mit diesen Sterblichen zu befassen, deren Lebenszweck- das Sterben- wohl in Bälde erreicht sein dürfte- auch ohne daß er viel dazu beitragen mußte.

Das Chaos das die Menschen meist selbst veranstalteten, konnte auch er selbst kaum übertreffen und ein bißchen Zwietracht, Dummheit, Haß und Ignoranz erledigten den Rest.

Er brauchte meist nur ein bißchen Verwirrung zu stiften. Es war an der Zeit, das einmal mehr zu tun.

Grauer Nebel hüllte Branwen, Eloquenca und Deive ein, aus dem Nebel tritt eine Gestalt die Deive sein könnte, oder Deive von IXAXAAR besessen oder IXAXAAR als Deive?

Für wen wird es morgen noch eine Rolle spielen?

Sofern es ein Morgen gibt ….

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Er sieht seine Schwester.. ruft nach ihr.. sieht wie sie mit einer Gestalt hastig verschwindet. Schnell läuft er zu der Stelle wo er sie nich sah. Ruft nochmal laut ..BRANWEN ..

Doch der Wald verschluckt den Ruf. Langsam geht er in die Richtung des Hauses. Trift Cartiona wieder sieht sie fragend an. Geht es Euch wieder gut? Und.. und habt Ihr gesehen… Branwen.. sie ist weg.. er leise seufzt und murmelt. Mit einer sehr dunklen Gestalt .. sie hat mich nichtmal gehört.

Dann hört er was Catriona ihm sagt. Sieht sie an und sagt.

Soso .. ich soll zu Eurem Großvater reisen und Jean wird mich begleiten. Ich hoffe er wird auch wissen wo meine Schwester ist. Hmm.. in Euch ist noch ein Wesen, dass vom Bösem beherrscht wird?

Er sieht sie jetzt forschend an. Lange betrachtet er sie stumm. Dann nickt er heftig und sagt. Gut ich werde reisen und Jean soll mich beleiten.

Auf bald, werte Catriona .. eilt mit schnellen Schritten zu Jean.

[size=20][color=#cc0000]Escandor:[/color][/size]

Spürt das Catrionas Bitte erfolgreich war und der werte Deive sich mit Jean auf den Weg gemacht hat, sie passieren das Tor im Keller und werden bald im Wald von Xans ankommen.

Da hoher Schnee liegt hat Escandor einen Pferdeschlitten geschickt und einige Krieger des Elbenheers werden Deive sicher zur Festung geleiten, die hochgewachsenen Krieger freuen sich immer wenn sie eine besondere Aufgabe übernehmen dürfen und der Gast aus Althea wird sich unter ihrem Schutz besonders wohlfühlen..

Inzwischen hat auch Escandor vier Boten mit einer Bitte in den verschiedenen Himmelsrichtungen des Reiches gesandt und er weis, das man seine einladung nicht ausschlagen wird

Derweil ist auch seine Tochter Astarte nicht untätig geblieben und hat einen Raum für Deive richten lassen, damit er sich ausruhen kann und stärken, denn es wird einige Zeit in Anspruch nehmen bis die Boten mit ihren Gästen zurückgekehrt sind und ein ganz bestimmtes Ritual stattfinden wird. Das was auch immer jetzt dort in Althea lauert, wird warten bis Deive zurückgekehrt ist, denn es will sie alle und es wird ihm ein besonderes Vergnügen bereiten, die Schwester vor den Augen des Bruders zu vernichten, aber..

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

Nachdm Deive mit Jean verschwunden ist schaut Catriona hasserfüllt auf die dunkle Wolke, die noch immer alles einhüllt, wutentbrannt brüllt sie paar nicht schöne Worte gegen den Himmel, aber halt, das will ja dieses Wesen nur.. es nährt sich von der Wut, dem Hass und der Ignoranz der Menschen

Sie versucht den Hass in sich zu ignorieren und denkt voll Liebe an jene die sie kennt, an Talan der im Keller mit seinen Runentafeln experimentiert, an Elo und Branwen, die sie damals nicht kannten und trotzdem in ihren Kreis aufgenommen hatten, an ihre Tochter Vania, an die antilope, an Yoni und an Deive, der ohne viel zu fragen aufgebrochen ist, der nicht weis was ihn erwartet und dies alles tut, aaus Liebe zu Althea und seinen Bewohnern.

Als diese Gedanken aus ihr herausströmen kommt es ihr vor das die dunkelheit ein wenig weiche würde, abwartet… was weiter geschieht!

[size=20][color=#cc0000]Yoni:[/color][/size]

Nicht lange nachdem Catriona und ihre Familie nach Xan abgereist waren, kehrte Yoni zu Ihrer „Mutter“, der Elbenbibliothek, zurück.

Die künstliche Intelligenz, welche von ihren Erschaffern, den neuen Elben nicht mehr gebraucht und vergessen wurde, fiel für Jahrtausende in Stasis, bis Eloquenca durch magisches Herumpfuschen ein Notprogramm auslöste, das eigentlich einmal gegen äußere Bedrohungen in der Größenordnung von IXAXAAR geschaffen wurde und auch genau diesen Dämonen bereits einmal erfolgreich abgewehrt hatte. Leider hatte der Zahn der Zeit nicht nur dem Geisteszustand der Elbenbibliothek zugesetzt, auch sonst funktionierte nach dieser langen Zeit nicht mehr viel des einstmals nahezu perfekten Verteidigungssystems.

Nun, letztlich hatte diesem Umstand- konkret einer Fehlfunktion-Yoni ihre Existenz zu verdanken, denn sie war eine Materialisierung, ein Avatar der Elbenbibliothek, hatte aber ein eigenes Bewußtsein entwickelt und konnte von der Bibliothek - die ja eigentlich eine Zuflucht war- nicht mehr kontrolliert werden. Ohne Catrionas Hilfe, die Yoni in ihrem Haus versteckte, hätte die Elbenbibliothek ihre „Tochter“ sicher getötet, aber schließlich begriff die künstliche Intelligenz, welche Chancen sich hier eröffneten.

Doch nun würde sich Yoni bewähren müssen.

Sie hatte in der Zwischenzeit versucht, beschädigte Teile und Systeme der Bibliothek in Stand zu setzen, aber ihr fehlte handwerkliches Geschick und Erfahrung mit technischen Einrichtungen, die seinerzeit von den besten Wissenschaftlern und Magiern der Elben entwickelt und den besten Zwergenhandwerkern gebaut worden waren.

So würde sich die Elbenbibliothek, deren Informationen das Ziel IXAXAARs waren, diesmal kaum selbst gegen den Angreifer verteidigen können- zuviel war beschädigt oder zerstört.

Aber IXAXAAR wußte nichts von Yoni. Nicht das sie über nahezu alles Wissen ihrer Mutter verfügte und den Zustand aller Bereiche der Bibliothek sehr genau kannte.

Und darüber hinaus über ein eigenes Bewußsein, viel Kreativität, Freunde und Ortskenntnis über die Inseln verfügte, denn gegenüber ihrer Mutter, die ja eher ein Ort als ein Individuum war, konnte sie sich auf den Inseln frei bewegen und hatte auch unerkannt einige Reisen unternommen und gelernt, nicht weiter aufzufallen, denn sie war recht verletzlich, körperlichen Angriffen sicher nicht gewachsen und auch keine Magierin.

Das Überraschungsmoment lag also auf ihrer Seite. Wenn IXAXAAR Yoni und ihre Aktivitäten nicht beachtete, könnte ihn in der Bibliothek eine böse Überraschung erwarten, denn Yoni wußte alle noch funktionierenden Einrichtungen zu nutzen- auch wenn sie kaum etwas in Stand setzen konnte.

Natürlich hatten IXAXAARs und Eloquencas Ankunft einen Alarm in der Bibliothek ausgelöst. Gegenüber der Zeit der Elben funktionierte die Beobachtung der Inseln sogar besser. Man mußte nur unkonventionelle, aber dafür unauffällige Mittel- wie etwa Antilopen- einsetzen. Yonis Kreativität in dieser Richtung war sehr groß.

Die Teleportationsmechanismen und Materietransformer funktionierten noch tadellos.

IXAXAAR war im Moment sehr damit beschäftigt, Catriona, Talan, Deive zu beobachten und gegebenenfalls zu manipulieren und hatte kein Interesse an der sterbenden Eloquenca und der „unwichtigen“ Branwen.

Eine günstige Gelegenheit, die beiden in die Bibliothek zu holen. Eloquenca hatte viele Jahre Handwerke gelernt, war eine mittelmäßige Erdmagierin und gute Lichtmagierin und könnte hier im doppelten Sinne des Wortes viel in Gang setzen, wenn sie wieder in Ordnung kam. Sie brauchte nur ein Gegengift- sie könnte sich dann selbst heilen.

Yoni teleportierte Branwen und Eloquenca in die Haupthalle der Bibliothek, ging schnell zu Eloquenca und flößte ihr ein Gegengift gegen die giftigen Dämpfe ein, über welche IXAXAAR von ihr Besitz ergriffen hatte. Sie würde sich rasch erholen, wenn Branwen sich noch ein wenig um sie kümmerte.

Auch Branwen gab Yoni ein Fläschchen mit dem Gegengift und sagte leise:

Leider habe ich im Moment nicht viel Zeit, um Euch das alles zu erklären. Ich habe Eloquenca ein Mittel gegen den giftigen Nebel gegeben, sie wird bald wieder zu sich kommen und dann selbst heilen können.

Auch Ihr solltet das Gegengift nehmen, denn auch ihr tragt das Gift bereits in Euch- es wird Euch langsam schwächen und willenlos machen und ihr werdet bis zum Tode Teil IXAXAARs sein, wenn ihr es nicht einnehmt.

Helft bitte Eloquenca auf die Beine zu kommen, wir brauchen ihre Hilfe hier dringend- und nicht nur Ihre. Wir können diesen Dämon nur mit seinen eigenen Waffen schlagen.

Er stiftet Verwirrung und wir müssen soviel Verwirrung schaffen, dass er den Überblick verliert und einen Fehler macht. Noch haben wir eine Chance, aber sie ist klein.

[size=20][color=#cc0000]Catriona:[/color][/size]

[size=20][color=#cc0000]Branwen:[/color][/size]

*etwas verwirrt blickt sie Yoni an*

.oO(Die Elbenbibliothek…. aber wie….?)

*Skeptisch betrachtet sie die Flüssigkeit welche Yoni ihr gibt, öffnet das Fläschchen und nimmt einen Schluck davon. Den Rest schiebt sie in ihre Robentasche. Sie erinnert sich bei ihrem letzten Besuch in einem der angrenzenden Räume eine Art Lagerraum entdeckt zu haben. Nur Wiederstrebend lässt sie Eloquenca allein.*

Gleich werde ich wieder bei dir sein. *Sagt sie leise zu ihr und eilt davon. Kurz darauf kehrt sie wieder zurück mit einem Stapel Decken. Einige davon breitet sie über Eloquencas leblosen Körper, dann setzt sie sich so hin dass Elos Kopf in ihren Schoss gebettet liegt und legt sich selbst auch noch eine Decke um die Schultern*

.oO(Hoffentlich wirkt das Gegengift, sie darf nicht sterben)

*Wieder streicht sie ihr sanft übers Haar um sie fühlen zu lassen dass jemand bei ihr ist.*

[size=20][color=#cc0000]Eloquenca:[/color][/size]

Eloquenca erwachte und fühlte sich schrecklich. Aber es war ein Fortschritt, dass sie überhaupt wieder etwas fühlen konnte, wieder einen Körper für sich hatte, den sie spüren konnte.

Der Dämon, der sie als giftiger Nebel durchdrang und von ihr Besitz ergriffen hatte, hatte sie verlassen, hatte sich lohnenderen Zielen, frischem Blut zugewendet.

Sie wußte nicht, daß Yoni ihr ein Gegengift verabreicht hatte, ja kannte Yoni gar nicht, die ja erst in Folge der durch ihre Abreise aus Althea verursachten Probleme entstand. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun war Eloquenca wieder in der Bibliothek der Elben, spürte, wie Branwen sie streichelte und verstand nicht, was alles geschehen war und welche Probleme ihr Handeln für alle verursacht hatte.

So fragte sie Branwen:

„Branwen? Wie kommst Du in diese Welt? Wo ist Zaydon? Wo ist dieser alte Mönch?

Oder - ich versteh nicht- ist dies die Bibliothek der Elben? Bin ich wieder auf Althea?“

Von all den vielen Verwirrten in dieser Welt war Eloquenca momentan sicher die Verwirrteste. Außerdem war sie immer noch dem Tode nahe und begriff nicht, was mit ihr geschehen war.

Sie nahm alle Kräfte zusammen und sprach- ohne viel Hoffnung auf Erfolg -einen starken Heilzauber, -Massenheilung- der auch Branwen einschloß, die auch ziemlich blaß und krank aussah.

Eine blaue Sphäre und der Geruch von Mana breiteten sich aus und zeigten, daß der Zauber wirkte. Der Bann war also gebrochen- sie hatte ihre magischen Fähigkeiten wieder erlangt, die sie in der neuen Heimat unbegreiflicherweise verloren hatte.

Sie spürte auch sofort, wie sie die zurück gewonnene Lebenskraft sie erfrischend durchströmte wie ein Schluck aus einem kühlen Gebirgsbach an einem heißem Sommertag.

War sie also wieder auf Althea und war dies hier wirklich die Elbenbibliothek? Nachdenklich schaute sie Branwen an, die wohl kaum den Weg in ihre neue Heimat gefunden hätte. Branwen wiederum sah auch nicht so aus, als würde sie allzuviel von dem begreifen, was sich hier gerade ereignete, denn sie schaute ebenfalls verwirrt, beunruhigt und fragend zu Eloquenca.

„Liebste Freundin, ich merke schon, du kannst mir auch nicht verraten, wieso wir beide jetzt hier- ich vermute einmal, dies ist die Elbenbibliothek auf Althea? Richtig?

Das letzte, an das ich mich erinnere, war, daß Zaydon -mein Gemahl- und ich uns den Weg zu einem alten Mönch in einem neoelbischen Gebäude bahnten, das der Bibliothek recht ähnlich war.

Das war aber nicht auf Althea- ich bin wohl also von dort irgendwie hierher teleportiert worden. Wo ist nur Zaydon? Kam er mit mir hier an?

Aber irgendetwas schreckliches ist geschehen. Da war ganz plötzlich dieser Nebel überall. Den Mönch haben wir eigentlich überhaupt nicht gesehen. Als wir das Gebäude betraten, hörten wir ihn tief unten in den Gewölben ein Mantra rezitieren.

Er hörte uns kommen, dankte uns und teilte uns mit, dass er in dem Gebäude schon sehr lange festsitzt. Er sei bei der Suche nach einem heiligem Artefakt in eine Falle geraten wäre und nun seien alle Türen verschlossen und er käme nicht hinaus.

Ich dachte an die großen Tore der Elbenbibliothek und dachte, er hat vielleicht irgendeinen Mechanismus ausgelöst und kam nun allein nicht zurecht- ihm fehlte sicher jede handwerkliche Begabung und das nötige Werkzeug.

Glücklicherweise hatten wir ja das ganze schwere Bergbau-Gerät dabei, um eine Silbermine aufzubauen und konnten uns so recht leicht zu ihm durchbrechen.

In einer Kammer im Inneren fanden wir aber nur diesen -wohl giftigem- Nebel vor, der mir so zugesetzt hat.

Nun bin ich hier- und wäre wohl gestorben, wenn du mich nicht gerettet hättest. Kannst Du mir sagen was hier geschehen ist? Wo ist Zaydon? Wo ist der Mönch? Geht es ihenen gut?

[size=20][color=#cc0000]Yoni:[/color][/size]

Yoni hielt sich in der Nähe der beiden Freundinnen auf und hörte Ihrer Unterhaltung beiläufig zu. Vor ihr auf dem Boden lag ein riesiger Plan der Elbenbibliothek, den sie angefertigt hatte und auf dem sehr viele Markierungen und Notizen waren, die Schäden an baulicher Struktur und Einrichtungen anmahnten.

Das konnte unmöglich alles repariert werden, aber vielleicht konnte man IXAXAAR ja in ein Gebiet locken, wo man eher mit ihm fertig werden würde.

Die großen Tore und Schotten der Elbenbibliothek hatte Yoni bereits verschloßen, aber das würde bestenfalls einen Zeitgewinn bedeuten.

Ein körperloses Wesen, das sich mit Vorliebe als feiner Nebel materialialisierte, drang durch jede Ritze, und von denen gab es in dem über jahrtausende morsch gewordenenm Bauwerk genügend. Natürlich waren während der langen Zeit der Stasis der Elbenbibliothek keine Reparaturen vorgenommen worden und hinterher waren die Mechanismen zur Selbstreparatur so beschädigt, dass nur noch hochqualifizierte Handwerker etwas retten konnten. Yoni seufzte: Wenigstens hat sich die Situation durch 6 vielleicht nicht allzu geschickte Hände und drei einfallsreiche Köpfe jetzt ein bißchen verbessert.

IXAXAAR konnte sich natürlich auch in anderer Form materialisieren und an manchen Stellen sicher einfach durchbrechen- insbesondere wenn er wieder so jemand Dummes wie Eloquenca fand, der das Problem mit roher Gewalt anging.

Schließlich konnte er von jeder Person und jedem Monster da draußen Besitz ergreifen und zum Beispiel auch als Horde von Orks oder Skraugs hier anrücken. Die Besessenen hatten sicher keine lange Lebenszeit zu erwarten, ihnen würde es nicht anders ergehen als Eloquenca, aber da draußen gab es genug Opfer und die würden auch lange genug durchhalten, um sich hierher durchzubrechen.

Wieso hatte sich IXAXAAR mit Elo nicht gleich in die Bibliothek teleportiert? Na, wie sollte er denn auch wissen, wie marode hier alles war? Glücklicherweise wußte er es wohl noch nicht und würde es hoffentlich auch nicht so schnell erfahren.

Er war hier ja schon einmal festgesetzt worden und hatte entsprechenden Respekt vor diesem Ort. Er war sicher nicht sehr intelligent aber auch nicht so schrecklich dumm, sich im Körper einer Halbtoten mitten in eine Verteidigungsanlage zu begeben, die seinem Tun normalerweise in kürzester Zeit ein Ende gesetzt haben würde.

Diese Unwissenheit konnte man nutzen. Er würde sich sicher noch einer Weile Zeit lassen und seine Armee der Hoffnungslosen aufbauen, die ihm ohne großes Risiko den Weg hierher bahnten. Sicher wollte er auf ähnliche Weise hier herein gelangen, wie er seinem Gefängnis entkam und lief nun beispielsweise als harmloser Mönch verkleidet durch Lichthafen und suchte in der Taverne ein paar Dumme, denen er große Schätze oder unbegrenzte Macht versprach oder wie bei Elo auf gedankenlose Hilfsbereitschaft setzte.

Das würde eine Weile dauern und Yoni, die beiden Freundinnen und all die Hilfskräfte, welche Catriona noch zusammentrommeln konnte, konnten diese Zeit für Vorbereitungen nutzen.

IXAXAAR hatte seinen ersten Fehler schon begangen.

[size=20][color=#cc0000]Deive:[/color][/size]

Mit klopfendem Herzen schreitet er durch das Tor. Verwundert reißt er seine Augen auf, als er plötzlich in etwas versinkt. Laut ruft er..

Jean.. sagt ist ist das der Schnee von dem Eure Herrin mit erzählt hat?

Er lacht auf und wirft sich in den Schnee. Spürt wie weich und kalt er ist. Aber er fühlt wie frisch die Luft auch ist. Hört plötzlich Pferde wiehern. Schnell steht er auf und klopft den Schnee von seinen Sachen. Schlägt seine Arme um sich, denn erst jetzt wird ihm bewußt wie kalt es doch ist und er nur leicht bekleidet. Er geht wieder zu Jean und beginnt zu lachen, als er eine Kutsche ohne Räder sieht.

Oh Jean.. eine verrückte Welt ist dies ja hier. Schnee überall wohin ich seh. Dann .. dann eine Kutsche ohne Räder. Und diese eisige Kälte, die selten des Nachts in meiner Heimat zu finden ist.

[size=20][color=#cc0000]Escandor:[/color][/size]

Langsam senkt sich die Dämmerung über Xans. Bewohner mit Fackeln säumen den Weg den der Schlitten und die Elben nehmen werden, denn es hat sich schnell herumgesprochen, das Besuch aus einer anderen Welt gekommen ist. Teils treibt Neugier die Bewohner aus den Häusern, teils aber auch, das sie einen guten Eindruck hinterlassen wollen.

ausserdem hat man vier Falken in die Festung fliegen sehen und die Bewohner wissen, das etwas wichtiges geschehen wird.

In der Festung hat sich Escandor zum Eingang begeben, was ein Unterschied zu dem Knochengerüst in schwarzer Kutte von einst, grossgewachsen, angetan mit einer nachtblauen Robe, von der sich leuchtend sein wiesses Haar und Bart abhebt, steht er eindrucksvoll im Schein der Fackeln. An seiner Seite Astarte, die man für eine Schwester von Catriona halten könnte…

Alles ist bereit und in bälde werden auch die Hüter eintreffen, da die das Falken das Kommen angekündigt haben…

[size=20][color=#cc0000]Ixaxaar:[/color][/size]

Dunkelheit lag über dem Weg von Lichthafen nach Sturmkante.

In der Nähe des Diebesverstecks wanderte ein unvorsichtiger Jungmagier, für den dieser Weg nach 5 Jahren auf Althea immer noch gefährlich war in Richtung Sturmkante.

Er war viel zu ängstlich und auf Meuchelmörder fixiert, die sich hier immer herumtrieben, um auf den scheinbar harmlosen Nebel zu achten, der über den Bäumen lag und die Umgebung etwas heller- wenn auch nicht unbedingt weniger bedrohlich wirken zu lassen.

Erst als er den Nebel erreichte, merkte er, daß er nicht mehr allein war und das dieser Nebel eben nicht einfach nur Nebel war. Genau genommen wären ein dutzend Meuchelmörder das kleinere Übel gewesen.

Aber für solcherlei Erkenntnis war es bereits viel zu spät und der junge Magier brauchte nichts mehr zu lernen. Er hatte es hinter sich- alles.

IXAXAAR war sichtlich zufrieden - und endlich konnte man es ihm auch ansehen, dennn er hatte wieder ein Gesicht.

Das sympathische Gesicht eines jungen Magiers auf dem Weg nach Lichthafen, der vor nichts und niemand Angst hatte und nach 10000 Jahren das erste mal so richtig einen draufmachen wollte…

Lichthafen würde ihn niemals vergessen.

__ IXAXAAR

Trashdemon

stories/bibliothek_der_elben.txt · Zuletzt geändert: 2006/10/22 15:04 (Externe Bearbeitung)